Review

The Hitcher
(Universum Film)

Remakes von Filmklassikern des Spannungs- und Schockergenres ist ein aktueller Trend, der seit geraumer Zeit zum Teil richtig gute Filme einem Publikum vorstellt, welches zu Zeiten des Originals aus Altersgründen noch nicht in den Genuss des Zuschauens kommen konnte. Aber auch das ältere Publikum wusste mit diesen teils wirklich gelungenen Wiederaufnahmen etwas anzufangen (man denke nur an die gelungene Neuverfilmung von Dawn of the Dead durch Zack Snyder).
Bei The Hitcher, ich muss es wirklich zugeben, war ich sehr skeptisch. Robert Harmons Original (er hatte danach nie wieder so ein Gespür für gute Filme – Taken, Gefährliche Freundschaft), mit einem beängstigend guten Rutger Hauer in der Hauptrolle und einem wirklich zu bedauernden Thomas C. Howell in der Opferrolle, ist einfach ein nahezu perfekter Schocker, der auch nach über zwanzig Jahren noch immer wirklich beängstigend und sehr modern wirkt. Doch was uns Regisseur Dave Meyers, der vorher nur mit dem Film Foolish in Erscheinung getreten ist, hier serviert, ist eine sehr gute und mitreißende Neuauflage des Klassikers. Neuinterpretation wage ich hier nicht zu sagen, da er dafür zu wenig eigene Einflüsse in die Story gebracht hat. Sean Bean, dem man seit Herr der Ringe eh nicht mehr trauen darf, liefert den furchteinflössenden Psychopaten John Ryder, und das Pärchen Sophia Bush (unter anderem in Party Animals und Rache ist sexy zu sehen) und Zachary Knighton (Der Prinz und ich) mimen überzeugende Opfer. Die Action ist wild, rasant und laut, die Geschichte dabei sehr spannend, und was den Blutgehalt angeht (schon das Original war nicht zimperlich!) sehr modern explizit gehalten.
Für die, die die Geschichte nicht kennen. Ein Pärchen überfährt in einer regnerischen Nacht beinahe einen auf der Straße stehenden Tramper. Ohne ihn mitzunehmen fahren sie weiter, nur um später an einer Tankstelle wieder auf diesen Mann zu treffen. Wegen ihres schlechten Gewissens nehmen sie den Fremden mit, der ihnen dann auch relativ schnell zu verstehen gibt, dass er nur vier Worte hören möchte: ICH MÖCHTE TOT SEIN! Ab hier beginnt für unsere Protagonisten eine Tour de Force des Blutes. Angst, Gewalt und viele Tote werden ihre ständigen Begleiter.
The Hitcher stellt in meinen Augen die absolute Essenz des Schockers dar. Ein Killer, der scheinbar ohne Motiv tötet, dabei hartnäckig seine Opfer verfolgt, und ohne Skrupel alle in einen Strudel der Gewalt mitreißt. Gemäß der These, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt, werden alle Beteiligten nie wieder die sein, die sie vor dem Geschehen waren. Dabei ist die Story kein platter Slasher, sondern eine realistische (na ja, mehr oder weniger...), tiefgehende Abhandlung über die Gefühllosigkeit in der modernen Gesellschaft.
Dave Meyers zeigt uns diesen Schrecken in seiner absolut plastischen Extreme. Hier wird nicht beschönigt oder verharmlost! Gewalt und Tod sind brutale Momente, die hier explizit ohne Rücksicht auf Verluste gezeigt werden.
Die vorliegende Deluxe Version aus dem Hause Universum Film wird mit zwei DVD s ausgeliefert. DVD 1 beinhaltet den Hauptfilm in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität (Original- und deutsche Tonspur liegen in einem wirklich hervorragend abgemischten, wuchtigen DTS – Sound vor), den Kinotrailer und eine Programmschau. DVD 2 liefert mit einer knappen Stunde Laufzeit einen umfassenden Einblick in die Produktion des Filmes. Hierbei widmet sich ein eigenes Feature alleine den wirklich imposanten Autocrash – Szenen. Ansonsten liegen das übliche Making of, Biografien der Darsteller, Breaking News und etwa 23 Minuten geschnittene Szenen vor. The Hitcher liefert Nägelkauende Unterhaltung, die auch Kenner des Originals überzeugen dürfte! Sean Bean überzeugt dabei als Maniac, aber auch die Action ist mit das Beste, was der moderne Film zu bieten hat. Ein Thriller, der echt rockt!!! CFS

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