Review

Sie ebbt einfach nicht ab, die Welle der Remakes.
Nach Amityville und auch dem großartigen TCM, durfte nun Robert Harmon´s 1986er "Hitcher" auf der immer größeren Remakewelle mitschwimmen. Und er hält sich wacker, soviel sei mal verraten.

Dave Meyers Remake ist entgegen seiner propagierten und im Vorfeld schlecht geredeten Kritik, ein starkes Stück Remake geworden, was sich sicherlich nicht in den Schatten des vielleicht etwas zu hoch bewerteten Originals verstecken muss.
Als Hitcher 1986 von Harmon in Szene gesetzt wurde, bestimmte ein düsterer, dreckiger Look das Szenario. Düstere Atmosphäre, trostlose Locations und dennoch die schöne Idylle des Outbacks. Das diese im laufe des Films durch den klasse agierenden Rutger Hauer als Hitcher immer mehr  zur Bedrohung wird, versteht sich von selbst.
Hauer miemt den Psychpathen wunderbar, seine Gestiken, insbesondere in der Burgerstation, sind genial.
Generell lässt sich sagen, daß das Original natürlich ungeschliffener und zäher daherkommt, was natürlich für die total verstörte und dreckige Atmosphäre von Vorteil ist.

Dennoch, das Remake, welches sich in groben Zügen dicht am Original hält, ist in punkto Optik und Tempo natürlich weiter vorne.
Absolut geniale Kamerashots von James Hawkinson, super genialer Score von Jablonsky (TCM Remake+Prequel) und ein ebenso on Top agierender Sean Bean als John Ryder, den Hitcher.
Man nimmt Bean die Rolle des Psychos glaubhaft ab.
Auch er vermag als wortkarger Killer, mit seinen wirkungsvoll eingesetzten Sprüchen zu punkten. Was ihn anfangs noch so symphatisch macht (Tankstelle) steigert sich im laufe des Films in blanken Hass, genial.
Auch wie er es schafft, die Tatsachen so zu verdrehen, bezw. aussehen zu lassen, als ob unsere Protagonisten Jim und Grace in der Tat die Killer wären, einfach nur gut.

Die Optik ist natürlich nun nicht mehr dreckig, sondern Bay typisch auf Hochglanz poliert. Das muss aber nichts schlechtes heißen.
TCM Remake wartete ebenfalls mit ästhetischen Hochglanzshots aus, die im Hitcher nicht schlechter ausssehen.
Landschaftsaufnahmen und die generellen guten Einstellungen verschaffen eine andere, für mich persönlich ansprechendere Atmosphäre. Die Optik des Films ist durchgehend toll, auch wenn sie halt die Handschrift der moderne trägt.
Am Gewaltgrad hat man auch geschraubt. Und zwar nach oben hin korrigierend, was den Horrorfreund natürlich freut.
So ist die damals sich nur "im Kopf abspielende" Truckerszene, hier in schöner Einstellung zu sehen.

Zu den Protagonisten sei noch erwähnt, daß sie ihre Sache gut meistern. Positiv überrascht hat mich dabei die extremst attaktive Sophia Bush, von der man sicherlich noch etwas mehr hören wird in naher Zukunft. Irgendwie wirkt sie wie das vielleicht hübschere Gegenstück zu Jordana Brewster.

Aporos Mann. Fuhr dieser im Original eigentlich primär alleine durch die Gegend, ist unsere hübsche Protagonistin direkt mit an Bord, was den Film für mich etwas facettenreicher gestaltet, auch wenn dieses Gefühl der "Ausweglosigkeit" bei einem einzelnen, natürlich intensiver wirkt. Das war halt beim Original der Fall.
Ansonsten hält man sich an die Vorlage. Gewisse Szenen wurden 1:1 übernommen, aber um einige Nuancen verfeinert.
Die Action kommt auch nicht zu kurz. Als John Ryder nach und nach die Polizisten samt Hubschrauber ausschaltet, sieht dies schon zimlich genial aus. Die Mucke von Nine Inch Nails unterstreicht dies deutlich positiv.

Hitcher 2007 ist blutiger, moderner und sieht einfach besser aus.
Sicher, Optik ist bei weitem nicht alles, gibt dem Film aber dadurch ein ganz besonderes Flair.
Sean Bean muss Vergleiche mit Rutger Hauer nicht scheuen, denn er macht seinen Job perfekt.
Sophia Bush sieht einfach nur gut aus  und gibt dem Hitcher gen Ende ordentlich saures.
Für mich ist Hitcher 2007 sicherlich eines der besten Remakes überhaupt. Garndiose Optik, Spannung und guter Score runden einen wirklich kurzweiligen tollen Film ab.

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