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Und wieder erreicht uns ein Beitrag aus der florierenden Remake- und Prequel-Schmiede des Michael Bay, der sich diesmal "Hitcher, the Highwaykiller" Baujahr 1986, unter den Nagel gerissen hat. Er fungiert hier aber als Produzent und führt keine Regie wie z. B. bei Armageddon oder Bad Boys. Die Regie übernahm David Meyers, der wohl eher ein unbekannter Vertreter seiner Zunft ist. Naja.

Zum Inhalt: Das Studentenpaar Grace und Jim machen sich mit Jim's Wagen auf den Weg in die Semesterferien. Das Wetter ist schlecht, aber die zwei sind trotzdem vergnügt. Nachts überfahren sie fast einen Anhalter; Jim kann gerade noch ausweichen und sie bleiben stehen. Der Mann steht hinter ihnen. Anstatt ihm zu helfen bzw. ihn gleich mitzunehmen, fahren sie weiter. Einige Zeit später an einer Raststätte treffen sie den Mann abermals, nachdem er von einem Truckfahrer mitgenommen wurde. Vom schlechten Gewissen geplagt, nehmen sie ihn diesmal mit und wollen den Mann bis zu einem Motel fünfzehn Meilen entfernt, bringen. Keine gute Idee wie sich bald herausstellt.

Hört sich nicht besonders innovativ an? Richtig, das ist es auch nicht. Die Handlung kann auch nicht wirklich überzeugen, da jedem natürlich klar ist, was einen erwartet. Nämlich Highway-Terror. Sicherlich nicht so genial und unterschwellig wie bei Spielberg's "Duell", aber hoffentlich auch nicht so platt wie in "Joyride – Spritztour".

Zu den Schauspielern: Den Killer gibt Sean Bean, der schon viele Nebencharaktere – gern auch Schurke - gespielt hat (Flightplan, Silent Hill, Das Vermächtnis der Tempelritter). Am bekanntesten ist er aber wohl durch die Verkörperung von Boromir aus "Herr der Ringe" geworden. Eine gute Besetzung.

Die zwei verfolgten Opfer werden gespielt von Sophia Bush (Grace) und Jim (Zachary Knighton), deren Leinwanderfahrung oder Leinwandpräsenz ist im Vergleich zu Bean sehr überschaubar. Beide sind Gesichter aus TV-Produktionen, die man schnell vergisst. Sie machen ihre Sache aber nicht so schlecht.
Die Nebenrollen, z. B. der Scheriff oder der obligatorische Tankstellenbesitzer sind ansprechend besetzt.

Es soll an dieser Stelle gar kein Vergleich mit dem Original erfolgen. Aus gutem Grund: Rutger Hauer war viel zu gut als Killer und der Film von 1986 hat eine psychisch viel tiefgreifendere Atmosphäre. Das Remake vom Highwaykiller ist eher ein Actionfilm; dies wird durch einige Autocrashszenen stark hervorgehoben. (Man sollte auch nicht das Texas Chainsaw Massacre von 1974 mit dem Remake vergleichen.)

Als eigenständiger Film betrachtet funktioniert der Film nämlich ganz ordentlich, heisst er kann unterhalten. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Problem ist nur, dass man halt unglaublich viele Elemente schon aus anderen Filmen dieser Art kennt. Es gibt keine Überraschungen. Schade. Dann ist der Film unwahrscheinlich kurz, der Killer hat schon aufgrund der Filmlänge gar keine Zeit einen Psychoterror aufzubauen. Auf der anderen Seite verleiht die Kürze dem Film eine gewisse Schärfe, da keine Längen auftreten. Wohl Geschmackssache; mir war er jedenfalls zu kurz.

Fazit: Wenn jemand noch nicht allzu viele oder gar keine Filme mit einer ähnlichen Thematik gesehen hat, könnte er vielleicht sogar begeistert sein. Für Cineasten bringt der Film leider nichts Neues.

6/10

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