Man war gespannt ob der gute Schauspieler James Franco hier als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller zugleich genau so brillieren kann wie in seinen zuletzt guten Performances z.B. in 127 HOURS oder PLANET DER AFFEN - PREVOLUTION. Für mich hat er mit seinen erst 33 Jahren ein kleines independent Drama geschaffen welches zwar wirklich eine Handvoll unterhaltsamer oder sogar tragischer Momente, aber noch mehr Schwächen aufzuweisen hat und in vielen Belangen noch unausgegoren wirkt.
Die hochbegabten Brüder Max (James Franco) und Adam (Vince Jolivette) sind sehr unterschiedlich. Max dealt mit Drogen, Adam ist Mediziner. Erst kommt der eine und dann der andere in Schwierigkeiten, der Annäherungsprozess der gleichen/ungleichen Brüder ist schwierig....Mehr soll nicht verraten werden. Man hat aber auch nicht viel verpasst.
Die Kameraführung ist sehr speziell und oft wackelt sie (Handkamera ?) unvermittelt auch in nicht actiongeprägten Szenen und fährt oft dicht an die Gesichter ran. Das wirkt oft zu nah und bei Dialogen wird oft der Sprechende von schräg links hinten in Nahaufnahme gezeigt statt in einer Totalen oder Halbtotalen Einstellung. Ein etwas schräges Element was für ungeübte Seher sofort unterbewusst abstossend wirken kann. Dazu kommt eine seltsam entrückte deutsche Synchronisation die teilweise einem billigen offenherzigen Liebesfilm zu entstammen scheint.
Das Drehbuch hat einige Längen und holprig inszenierte und teils flache Dialoge. James Franco wirkt stärker in den tragischen Momenten, in den "komischen" wirkt er eher wie ein erheitertes Eichhörnchen. Sein Bruder spielt reifer und gefällt mir fast besser. Insgesamt also kein Meisterwerk, wobei ich das mit 33 Jahren sicher nicht besser hingekriegt hätte, aber ich hätte es einfach gelassen und es der Welt erspart. Die kurzen ca. 73 Min. Laufzeit sind auch genug. GOOD TIME MAX hat ein paar gute authentisch-komische Momente, dennoch kann ich den Film nur für James Franco Komplettisten empfehlen.
5/10 Punkten