Der Farmer Vincent Smith ist berühmt für seine geräucherten Fleischwaren, die er mit seiner Schwester Ida herstellt. Bei einem Motorradunfall eines Nachts in der Nähe kommt ein Biker ums Leben, seine Freundin Terry wird von den beiden aufgenommen. In ihrem Kummer gewöhnt sie sich schnell an das Landleben und wird familiär behandelt, nur das Rezept für die beliebte Wurst verrät ihr Vincent nicht, denn darin ist nicht nur tierisches Fleisch enthalten. Erst nach und nach bekommt der Zuschauer das eingespielte Aufzuchtsystem der Menschenfarm mit, die die beiden Rednecks sich heimlich halten. Reihenweise enden dort Leute, die, die Stimmbänder durchgeschnitten und mit einem Sack über dem Kopf zwischen Salat in der Erde, lebendig eingegraben werden. Doch die durchgeknallten Hinterwäldler lassen es ihren lebenden Pflanzen an nichts fehlen, beruhigende Hintergrundmusik ebenso wenig, wie ein wahrhaft psychedelischer Tod für die Punkband "Ivan and the Terribles". Ganz ernst nimmt sich "Hotel Zur Hölle" natürlich nicht, wenn es Vincent glücklich macht, dass er beim Menschenfallen aufstellen so schön kreativ sein kann oder wenn er den zu neugierigen Veterinär als Überraschung für Ida vorbereitet. Für eine Horrorkomödie ganz gelungen sind also diverse Ideen aus dem degenerierten Hinterland, wo man die halbe Region bereits unwissentlich zu Kannibalen gemacht hat. Die Darsteller können gefallen, vor allem Rory Calhoun und Nancy Parsons, die die Hauptrollen mit trockenem Humor aufwerten. Die Nebenrollen sind eher belanglos besetzt, Playmate 1994 Monique St. Pierre spielt sich eher selbst, dafür hat Moderatorlegende Wolfman Jack einen netten Gastauftritt als bigotter TV-Reverend. Obwohl es sich einige Male anbot, verzichtet "Hotel Zur Hölle" weitgehend auf grafische Gewaltdarstellungen und das, obwohl im Finale (lange vor "Texas Chainsaw Massacre 2") ein Kettensägenduell inszeniert wurde. So ist dieser B-Movie zwar eine unterhaltsame und schwarzhumorige Backwood-Parodie, schöpft sein Potential allerdings nicht ganz aus. Dieses liegt zweifelsfrei in der bizarren Story mit vielen stimmigen Details. In manchen Szenen hinterlässt das Gezeigte schon einen dubiosen Beigeschmack, eine totale Lachnummer ist es auch wieder nicht. Trotzdem also ein sehenswertes Horror-Komödien-Gemisch, wenn es heißt: "Meat is meat and man's got to eat". Klingt in diesem Zusammenhang wie ein Plädoyer für Vegetarier.
Fazit: Herber Humor aus dem Hinterwald. Sehr amüsant, hätte nur etwas blutiger ausfallen können. 6/10 Punkten