Unter den in Massen gedrehten Slashern aus den 80er Jahren, sticht " Motel Hell " doch erfrischend heraus. Vielleicht ein bisschen inspiriert durch Tobe Hooper´s " Texas Chainsaw Massacre ", aber trotzdem etwas ganz anderes. Gerade von dem ruhigeren Regisseur Kevin Connor (Hart aber Herzlich, Remington Steele) hätte ich die Verfilmung des Drehbuches der Gebrüder Jaffe nicht erwartet. Leider hatte der Film kein leichtes Leben in Deutschland. Man hatte zwar mit der Kinoauswertung, sogar unter Warner Bros, Glück gehabt, jedoch drohte dem veröffentlichten Video die Beschlagnahmung und Warner selbst zog es zurück. Somit ist " Motel Hell " bis heute sehr unbekannt geblieben.
Die liebliche Idylle des abgelgenen Motels namens "Hello" trügt, denn hier haust der Farmer Vincent Smith (Rory Calhoun) mit seiner Schwester Ida (Nancy Parsons). Vincent ist berühmt für seine besonderen Fleischspezialitäten. Aber das Rezept ist tödlich, denn die Beiden inszenieren Unfälle, um so an Menschenfleisch zu kommen. Auch die arme Terry (Nina Axelrod) landet bald in den Händen der Psychopaten. Zu spät entdeckt sie das grausame Geheimnis. Mit Hilfe von Vincent´s Bruder, dem Sheriff Bruce (Paul Linke), versucht sie dem Treiben ein Ende zu machen. Auch ein paar der noch lebenden Opfer proben bald den Aufstand. Aber Vincent und Ida verteidigen ihr Rezept mit allem was sie haben.
Der Plot strotzt zwar nicht vor Originalität, weiss aber doch durch viele makabare Einfälle zu gefallen und teils auch zu fesseln. Nur ist die Erzählweise sehr langsam gestaltet. Außer ein paar kleinen Unfällen passiert in der ersten Halbzeit gar nichts, eigentlich geht es erst im Finale richtig ans Eingemachte. So richtig ernst nehmen will man das Ganze dann auch nicht, dafür sorgt der viele Humor, welcher manchmal wirklich pechschwarz ist, wie zum Beispiel die Betäubung des perversen Pärchens. Auch wird dem Zuschauer das Geheimnis von Vincent´s Fleischzubereitung sehr lange vorenthalten, dies sorgt für einige gruselige Szenen, wobei Spannung sich eher vermissen lässt und die gehört nun mal in einen guten Horrorfilms.
Auf der Goreseite gibt es kaum etwas zu sehen, aber das ist in diesem Film nicht so wichtig. Es geht hier um die Methode, welche so noch nie in einem Film aufgetaucht ist. Vincent inszeniert Unfälle auf der Hauptstrasse und vergräbt die noch lebenden Opfer dann wie Gemüse in der Erde. Nur der Kopf darf noch herausschauen und den Opfern werden die Stimmbänder herausgeschnitten, wobei dem Zuschauer diese gurgelnden Geräusche irgendwann mal auf die Nerven gehen. Wenn die Opfer laut Vincent dann "reif" sind, werden sie mittels Traktor aus den Löchern gezogen und dabei bricht ihr Genick. Danach geht es weiter in Vincent´s großes Schlachthaus. Blutige Einstellungen gibt es dabei selten zu sehen, aber die Idee allein ist schon makaber genug. Nur im finalen Kettensägenkampf darf der rote Saft ein bisschen suppen.
Aber es dauert schon ein Weilchen, bis der Film richtig in Fahrt kommt, immerhin lässt sich kaum erahnen, wer denn nun den Held in diesem Film ist und wer am Schluss überleben wird. Nur fehlen hier die Schocks. Ein Horrorkenner kann sich hierüber gut amüsieren, wird aber auf keinen Fall gefesselt sein.
Obwohl man bei der Kulisse den perfekten Kontrast gefunden hat. Einerseits präsentiert Connor die abgelegene Landschaft als pure Idylle mit viel Sonnenschein, während der Garten mit dem menschlichen Gemüse und auch das Schlachthaus samt Räucherkammer doch bedrohlich anzusehen sind. Vor allem das Schlachthaus wurde mit massenweise Körperteilen geschmückt, seien es menschliche oder die von einem Tier. Der Score dagegen könnte eigentlich nicht viel gediegener sein. Eine sehr zurückhaltende Mischung aus verschiedenen Countrymelodien, welche aber die passende Untermalung anbieten.
Was ich dem Film hoch anrechne ist, dass wir hier auf die klischeehaften und nervigen Teeniecharaktere, die solche Filme normalerweise in Anspruch nehmen, völlig verzichten müssen. Allein schon der charismatische Rory Calhoun alias Vincent Smith macht einen tollen Job. Seinem Charakter traut man solche Schandtaten am wenigsten zu. Der Rest des Feldes kann sich auch locker über dem Durchschnitt einreihen. Richtig bekannte Darsteller sind sonst jedoch kaum dabei.
Ideenreich, gerade dadurch sehr makaber, leider fehlen aber die Höhepunkte und das Tempo, trotzdem gut anzusehen.