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Farmer Vincent und seine Schwester betreiben ein kleines Motel, und zwar das Motel Hello, jedoch spielt das „O“ nicht mit und so wird daraus eben Motel Hell. Klar, dass der Name Programm ist. Farmer Vince ist nämlich in der Gegend bekannt für sein köstliches Rauchfleisch, für das er ein Geheimrezept hat. Wer glaubt, dass es sich hierbei lediglich um Menschenfleisch handelt liegt nicht ganz richtig – denn tatsächlich ist das ein ganz schön kompliziertes und skurriles Verfahren. Vince auf jeden Fall ist die meiste Zeit damit beschäftigt, Zutaten zu beschaffen. Dabei fällt ihm auch die hübsche Terry in die Hände, die aber nicht zu Beef Jerky verarbeitet, sondern bei sich aufnimmt.

Regisseur Kevin Connor – der im übrigen Filme wie Caprona aber auch die zweite Staffel von Fackeln im Sturm drehte – liefert hier eine äußerst skurrile Parodie auf das Backwood-Genre, aber auch die amerikanische Gesellschaft des mittleren Westens. Der Garten, in dem er sein „Rauchfleisch“ heranzüchtet ist schon ein äußerst innovativer Einfall, nur leider auch ein letztlich sinnfreier. Und so fehlt dem Film auch generell das gewisse Etwas, die Story bewegt sich auf sehr dünnem Eis. Connor ging es wohl vielmehr um das Spiel mit dem Genre und die Gesellschaftskritik. Da darf auch der Polizist in der Familie nicht fehlen, der aber wider Erwarten eine ganz andere Rolle spielen wird. Ein besonderes Highlight ist, wie Connor das TCM im finalen Kettensägenkampf auf’s Korn nimmt. Hervorzuheben sind die doch recht guten Schauspieler. Rory Calhoun (Bonanza, der Texaner) ist perfekt für diese Rolle und auch Nancy Parsons als Ida überzeugt.

Abgesehen von der makabren Idee ist Motel Hell aber kaum erschreckend. Zwar gibt es einige spannende Momente, aber Grusel oder Effekte sollte niemand erwarten. Handwerklich aber ist Motel Hell durchaus gelungen, vor allem der Wechsel von Horror zu „Unsere kleine Farm“ ist gelungen und bringt uns das Grauen aus dem Hinterwald viel näher in bekannte Gefilde, als das die ernsteren Genrekollegen tun. Dafür gruselt es hier wohl auch niemanden, aber Motel Hell bietet durchweg amüsante Unterhaltung mit Augenzwinkern. Schade nur, dass die guten Ideen nicht über ihren Ansatz hinweg kommen. 6/10 Punkten.

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