Review

Etwas anspruchsvollerer TCM-Verschnitt, welcher von dem Motelbesitzer und leidenschaftlichen Bauern Vincent handelt, der seinen mittlerweile zur Berühmtheit und zu Kult-Status avancierenden Räucherschinken unter's gierige und degenerierte Volk bringt.
Das Rezept hierfür ist sein Heiligtum, was er nur mit seiner zu dick geratenen Schwester Ida zu teilen pflegt, welche ihm auch stets gern bei seiner Arbeit behilflich ist.
Dieses ganze Geheimhaltungs-Prozedere sowie dieses seltsame Verschwinden ortsbekannter Personen scheint einen Kommissar schon lange wachzuhalten, weshalb er auch gleich, aber nicht lange, anfängt, in Vinc's Gegend herumzuschnuppern.
Wie soviele andere muss nun auch er die Feststellung machen, buchstäblich von Erde umschlungen zu sein, auf zerschnittenen Stimmbändern zu sprechen und lebender Bestandteil von Vinc's Gemüsebeet zu sein, um am Ende noch durch den Fleischwolf gedreht zu werden.
"Motel Hell" aka "Hotel zur Hölle" lässt es manchmal schon so richtig krachen.
Der Farmer und 90-Prozent-Akteur Vincent ist manchmal doch etwas zu hart.
Nicht nur dass er sein Publikum mit diversen makaberen und hammerharten Sprüchen wie "Auf der Welt leben zuviele Menschen", mit welchen er unter anderem auch seine Morde an Menschen zu rechtfertigen versucht, zu unterhalten versucht, sondern mit wieviel Liebe er sich seiner Beschäftigung widmet, dem Verarbeiten von Menschen zu Rauchfleisch.
Mit einem Anschein von Väterlichkeit lässt er seine bis zum Kinn in Erde eingegrabenen und mit Tüten über den Kopf gestülpten Opfer im Boden versinken, bis er sie mit Hilfe seiner Schwester gemütlich aus der Erde katapulieren lässt.
Vinc's krankhafte Psychosen gipfeln spätestens im Kampf mit seinem Bruder, den er am Ende (völlig durchgeknallt) mit Schweinsmaske und Kettensäge attackiert und zum Kämpfen provoziert.
"Motel Hell" hat mich durchaus unterhalten, jedoch nicht zufriedengestellt, da ich bei diesem Film damals einfach das Gefühl hatte, dass da noch etwas fehlen würde.
Sicher, schauspielerisch bekommt man definitiv nicht das Mindeste geboten (und auch die Handlung könnte dicker sein), weder von Vincent selbst noch von seinem idiotischen Bruder, dafür aber jede Menge schwarzos Humoros und stellenweise auch richtige Atmosphäre.
Für Horrorfans jeglicher Couleur durchaus zu empfehlen, da dieser alte und rare Streifen ganz gediegen sein kann!

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