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Motel Hell ist eine herrliche schwarzhumorige Geschichte um ein Hinterwäldler Geschwisterpaar, das neben dem Betreiben des besagten Motels (dies heißt eigentlich Hello, aber der Buchstabe O ist leider kurzschlußbedingt ausgefallen) einen florierenden Räucherfleischhandel betreibt dessen Zutaten eher ungewöhnlicher Art sind.
Die Geschichte klingt jetzt zwar eher unspektakulär, jedoch läßt sich das Drehbuch einige nette, ungewöhnliche Gags einfallen und parodisiert das ganze Backwood Horror Genre auf eine intelligente und unaufdringliche Art, wie es in der Prä-Scream Ära 1980 noch als originell durchging. Das eigentlich spaßige an Motel Hell ist, das der Zuschauer eigentlich unwillkürlich den nominellen Bösewichtern die Daumen drückt, ausnahmsweise nicht weil einem das zu slashende Jungvolk die Zusehernerven strapaziert, sondern weil das Päarchen um die 50 mit hervorragend eloquenten Charme von den Dartsellern präsentiert wird. Irgendwie kann man den beiden nicht böse sein, wenn sie Biker, Tierärzte, eine Punkband und ein überdrehtes Swingerpaar zu Lebensmittelzusatzprodukten verwursten. Besonders perfide ist die Art der Opfermast, in dem die Snacks in spe eingegraben werden, per Trichter gefüttert und zwecks Verhinderung verbaler Alarmeldung der Stimmbänder beraubt werden. Allerdings ist der Film keine Gewaltorgie, großes Geschmodder findet nicht statt was diesem Film auch gut tut, es wird mehr Wert auf den schrägen Humor gelegt. Leider fallen neben den beiden gut aufgelegten Hauptdarstellern der Rest des Casts doch ziemlich ab, alle anderen Personen bleiben blaß, außer vielleicht Wolfman Jack, der einen netten Cameo Auftritt als Fernsehprediger hat.
Für das vermutlich doch eher geringe Budget des Films, ist Motel Hell dennoch eine nette Redneck-Horror-Comedy Produktion geworden, mit einer lustig schrägen Grundidee. Wer auf schwarzen Humor abseits der Holzhammercomedy a la Scary Movie steht, sollte hier ruhig mal zugreifen
7/10

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