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Nach einem misslungenen Einsatz, bei dem sein Partner und Freund getötet wurde, zieht sich der ehemalige Scharfschütze Mark Wahlberg in die Berge zurück. Doch dann wird er gebeten, einen Anschlag auf den Präsidenten zu verhindern, indem er den Ermittlern erzählt,  von wo aus er den tödlichen Schuss abfeuern würde. Allerdings geht bei dem Einsatz etwas schief und ein afrikanischer Geistlicher wird erschossen und Wahlberg soll die Schuld in die Schuhe geschoben werden. Der hintergangene Scharfschütze kann jedoch  verletzt fliehen und beginnt mit der Jagd nach seinen Auftraggebern.

Die Story ist eher mittelmäßig. Es gibt ein paar ordentliche Wendungen, die zum Ende hin leider zunehmend vorhersehbarer werden. Während die Haupthandlung jedoch einigermaßen gelungen ist, nervt die Love-Story von Wahlberg und Kate Mara, die die Story stark ausbremst. Die Charakterkonstruktion ist einigermaßen solide gelungen. So ist zumindest der Charakter von Wahlberg der hier, im Gegensatz zu den Helden in anderen Action-Filmen, wenigstens ein bisschen menschlich dargestellt wird, gut gelungen. Die Verschwörer sind dagegen frei nach dem Klischee gestrickt und auch der eigentliche politische Konflikt, der Grund für das Attentat war, ist sehr oberflächlich und stereotyp konstruiert und wird kaum behandelt und vor allem nicht kritisiert, sondern nur durch Wahlberg gerächt. Die Dialoge sind wenig innovativ, sodass man als Zuschauer zwischenzeitlich beinahe mitsprechen kann. Alles in allem ist die Story mittelmäßig, aber auch die besten Action-Filme aller Zeiten hatten zum Teil keine besseren Storys.

Der Film läuft sehr schnell an und entwickelt direkt einen hohen Unterhaltungswert. Bereits in der ersten Szene sieht man, wie Wahlberg mit seinem Späher auf der Lauer liegt und feindliche Soldaten erschießt und sogar einen Helikopter vom Himmel holt. Danach entspannt der Film sich erst einmal ein wenig, entwickelt nach dem Attentat jedoch wieder sehr gute Unterhaltung und stellenweise Spannung. Auf dem Weg zum Finale wird "Shooter" dann zunehmend spannender, da die Lage sich enorm zuspitzt. Das Finale ist sehr action-reich und enorm spannend. Alles in allem ist der Unterhaltungswert ziemlich hoch.

Die Umsetzung ist Regisseur Antoine Fuqua gut gelungen. Die Filmmusik ist ordentlich und erzeugt an einigen Stellen pures Adrenalin. An anderen Stellen hätte ich mir jedoch gewaltigere Spannungsmusik erhofft. Fuqua schöpft nicht alle seiner Mittel aus. Die Kulisse ist sehr gut gemacht. Gerade, weil die Landschaft oftmals sehr weit ist und hervorragend gefilmt wird, kommen die Kunstschüsse des Hauptdarstellers besser zur Geltung. Darüber hinaus gibt es hervorragend in Szene gesetzte und wohl dosierte Action-Sequenzen, sowie einige Nahkampf-Szenen, die das Tempo und die Spannung steigern können. Der Schnitt ist relativ schnell, weswegen der Film seine Spannung über weite Strecken halten kann. Regisseur Antoine Fuqua, der bereits in "Tränen der Sonne" und "King Arthur" gute Action-Sequenzen in Szene setzen konnte, leistet also einmal mehr gute Arbeit, kann aber erneut nicht an sein Meisterwerk "Training Day" anknüpfen.

Mark Wahlberg zeigt nach seiner Oscar-Nominierung für "Departed" erneut, dass er über die Jahre einiges dazu gelernt hat. Nachdem er als Model und Sänger bekannt geworden war, hätte ihm niemand diese Leistungen zugetraut. Er spielt die Rolle des verbitterten Scharfschützen unglaublich cool und lässig, wirkt aber dennoch ernst und sympathisch. Er wird dem Film auf jeden Fall gerecht. Danny Glover der nach der "Lethal Weapon Reihe" kaum große Blockbuster liefern konnte, zeigt sich in der Rolle des Bösewichts hervorragend. Er ist unsympathisch und kalt, wie man es vom gemeinen Massenmörder in einem Actionfilm erwartet. Michael Penas Leistung steht denen seiner beiden populären Kollegen in nichts nach. Nachdem seine Karriere erst vor 5 Jahren richtig ins Rollen kam präsentiert er sich hier als FBI-Agent und Späher von Wahlberg sehr routiniert. Kate Mara wirkt ein wenig unerfahren und steckt in einer vollkommen überflüssigen Rolle. Alles in allem kann der Cast sich wirklich sehen lassen.

Fazit:

Im Endeffekt ist "Shooter" ein B-Movie mit hohem Budget, dass an die Actionfilme der 70er anknüpft. Die Story sollte man deshalb nicht allzu ernst nehmen, zumal sie nicht sonderlich gut gelungen ist. Der Rest des Films kann sich jedoch gut sehen lassen. Die Darsteller sind gut, die Action-Sequenzen sind stark in Szene gesetzt und auch bei Kulisse und Musik leitet Regisseur Antoine Fuqua wirklich gute Arbeit. Der Unterhaltungswert ist entsprechend gut. "Shooter" ist damit einer der besten Vertreter des modernen Popcorn-Kinos.

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