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Ein Mörder, der seinen Opfern die Köpfe abschlägt und diese mit einem Schreiben für Scotland Yard zurücklässt, sorgt für Aufregung. Die meisten seiner Opfer sind der Justiz durch die Lappen gegangen, so dass er von ihnen als Rächer tituliert wird. Als ihm ein Mitarbeiter des Außenministeriums zum Opfer fällt, beauftragt Geheimdienstchef Major Staines den Detektiv Michael Brixan mit dem Fall. Seine Spur führt ihn zu einer Filmproduktion bei einem Schloss in der Nähe von Winchester. Hier findet er die Seite eines Drehbuchs, welches mit der gleichen Schreibmaschine getippt wurde, womit der Kopfjäger auch seine Nachrichten verfasst. Der zwielichtige Dramaturg Lorenz Voss zeigt jedoch wenig Interesse, bei der Aufklärung zu helfen.

Der Rächer ist noch eine der ersten Walace Verfilmungen der Nachkriegszeit und irgendwie merkt man das die Erfolgsformel späterer Werke noch nicht so ganz gefunden wurde. Es fehlt einfach ein wenig die unheimliche Atmosphäre und das obwohl man mit den alten englischen Gemäuern eigentlich beste Voraussetzungen hätte. Unheimliche Gänge und Keller gibts lediglich am Ende, da fehlt ein wenig der Gruselfaktor oder wenigstens der gute alte Londoner Nebel. Immerhin sind mit Heinz Drache und Klaus Kinski bereits Schauspieler mit dabei, die auch in späteren Verfilmungen ihre Spuren hinterließen.
Die Story an sich beschränkt sich hier eher auf die Krimischiene. Der sogenannte Rächer, Spitzname Kopfjäger, richtete bereits 12 Menschen hin, die allesamt selbst kriminelle Taten begangen haben und bezeichnet sich gerne selbst dabei als Wohltäter. Spuren führen schnell zu einer Filmproduktion in der Nähe und ebenso schnell zu einer Reihe an Verdächtigen. Der Rächer muß sich hier aufhalten, denn seine Briefe sind von der gleichen Schreibmaschine verfaßt, wie eine ominöse Drehbuchseite am Set, die keiner geschrieben haben will.
Ab hier beginnt das muntere mitraten. Das der schleimige Gutsbesitzer im Kolonialherrenstil ein dermaßen offensichtlicher roter Hering, wird schon jeder vermuten, aber die letzliche Auflösung des Mörders hat mich wirklich überrascht. Es gibt leider aber auch keinerlei wirkliche Hinweise auf dessen Identität, wer selbst gerne als Zuschauer den Poirot macht, kann genau so gut seinen Tipp nach dem Zufallsprinzip streuen.
Eine Szene wird mir aber immer in Erinnerung bleiben, bei der ich beinahe laut losprusten mußte. Als der Kommissar in höchster Not bedrängt wurde springt aus dem nichts ein asiatisch aussehender Retter (den wir vorher nie zu sehen bekommen hatten) ninjamäßig zur Hilfe und verscheucht mit seinem Schwert den buckligen Riesen. Das kommt dermaßen überraschend, das man nur staunen kann. Am Ende wird wenigstens noch kurz erklärt wer der Mensch ist und was er nachts beim Schloß macht, aber auf sowas muß man erst mal kommen. Sonst bietet der Rächer aber nur solide Unterhaltung, die allerdings nicht an Highlights wie den Hexer oder die anderen bekannteren Filme herankommt.
6/10

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