Eines gleich vorweg: Mit dem berühmten Gruselklassiker von 1982 hat "Poltergay" nicht das Geringste gemein. Das Ganze ist auch keine Parodie. Dabei könnte die Story, wenn man sie einmal ganz grob betrachtet, durchaus aus einem richtig typischen 08/15 Spukhausfilm stammen. Ein junges Pärchen zieht in ein neues Haus ein, doch das Glück ist nicht von langer Dauer und schon bald häufen sich mekrwürdige Vorkommnisse...
Merkwürdig ist vielleicht sogar noch etwas untertrieben, denn in diesem Spukhaus treiben ganz im Gegensatz zu "Poltergeist" gleich 5 Gespenster ihr Unwesen. Die sind nicht nur schwul sondern haben auch nur Flausen im Kopf . Der Titel "Poltergay" trifft es eigentlich recht gut auf den Punkt, auch wenn dieser Name keinem kreativen Kopf eingefallen sein dürfte. Passen tut er jedenfalls.
Der friedliebende Bauarbeiter Marc bezieht guter Dinge sein neues Heim mit seiner Freundin, doch prompt wird er von 5 Männern belästigt, die in einer Disco, die aufgrund einer überhitzten Seifenblasenmaschine explodiert ist (!), ihr Leben ließen. Von nun an kann Marc sich nicht mal mehr in Ruhe duschen ohne Angst haben zu müssen dabei von irgendeinem Toten beobachtet oder fotografiert zu werden. Sie treiben ihn sogar soweit das er doch tatsächlich glaubt er sei wirklich homosexuell, bis er dann zum ersten Mal eine Schwulenbar besucht....
Angereichert ist der Film mit nicht allzu viel geschmacklosem Fäkalhumor und eins muss man Regisseur Eric Lavaine auf jeden Fall lassen: Er spielt geschickt mit diversen Klischees und Vorurteilen gegenüber Schwulen. Ebenso gnadenlos rechnet Lavaine mit den 70ern bzw. der dazugehörigen Discogeneration und dem teils doch etwas einseitigen Spukschloss bzw. -hausgenre und den ab, auch wenn kein Film direkt parodiert wird. Mir ist jedenfalls nichts aufgefallen.
Natürlich sind viele der Gags nicht besonders orginell oder einfallsreich. Der Film unterhält nicht zuletzt dank der durchweg sympatischen Darsteller, denen das Ganze sichtlich Spass macht, vor allem natürlich Clovis Cornillac.