Nach der sehr amüsanten Polizisten-Komödie NIX ZU VERHAFTEN von Regisseur Eric Lavaine, war es eine Frage der Zeit, bis ich seinen vorherigen Film mit dem vielversprechenden Titel POLTERGAY in die Hände bekomme. Mit von der Partie ist wieder Clovis Cornillac, den wir auch aus dem erstgenannten Streifen kennen und der zumindest mich etwas an Ingo Appelt erinnert. Das passt ja auch vom Genre und natürlich ist POLTERGAY eine relativ abgedrehte Indie-Komödie die nicht wirklich massenpublikumstauglich ist.
Dazu gibt es zu viele Insider Gags und groteske Situationen mit denen man schon klar kommen muss. Es handelt sich um eine schöne Mischung aus klassischem "es war einmal vor 30 Jahren in diesem Haus-Thema" und dem Poltergeistsujet und natürlich viel buntem Gayklamauk. Dabei sind die schwulen Geisterchen nicht nur einfach platt dargestellt, sondern auch charakterlich "gut ausgestattet". Auch die Religion bekommt ein wenig ihr Fett ab.
Natürlich sollte man ein Faible von Schwulenkomödien oder ähnlichem mitbringen, denn sonst wird man den Film nicht mögen. Es gibt auch schöne französisch geprägte Anspielungen. Schon wieder diese Doppeldeutigkeiten. Und natürlich wird vieles so dargestellt wie sich der Normalo- oder Hetero-Durchschnittsfilmkonsument die schwule Szene vorstellt. Unser tapferer Held Marc Modena (Clovis Cornillac) ist dafür die perfekte Verkörperung dieser Sichtweise.
Die Geistertruppe ist eine gelungene Mischung aus Village People und (T)RAUMSCHIFF SURPRISE geprägter Plüschtransen und wer damit nicht zurecht kommt wird sowieso nach Minuten das Weite suchen. Alle anderen werden sich bei vielen schönen Discoklassikern ganz gut amüsieren, auch wenn POLTERGAY sicher kein Gerneklassiker wird.
6/10 RaRaRasputin....äh,....Punkten