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Im Jahre 1973 entsann man sich in den Staaten aufgrund der anhaltenden Popularität auf der Mattscheibe der Serie Star Trek (bei uns bekannt als "Raumschiff Enterprise") und begann darüber nachzusinnen, wie man wohl noch Kapital daraus schlagen könne. Eine Zeichentrickserie schien den Machern billig und geignet genug um den Versuch zu starten, die jugendliche Star Trek-Fangemeinde erneut vor die Glotze zu bewegen. Und wer schon einmal eine Cartoon-Serie aus den Siebzigern erblicket hat, der wird sich ungefähr vorstellen können was uns hier in optischer Hinsicht erwartet. In Scooby Doo-ähnlicher Machart präsentieren sich uns die Offiziere der U.S.S. Enterprise. Sind die Zeichnungen an sich noch nicht einmal schlecht, (die Gesichtszüge aller Charaktere wurden recht annehmbar getroffen) so werden die profunden Schwächen beim Anblick der Animationen sofort klar. Kirk & Co. staksen hölzern und unnatürlich durch die Zukunft, die Mimiken wirken als habe die gesamte Crew extreme Magenschmerzen.

Und damit die wackeren Weltall-Scouts mit diesem Leiden nicht so alleine sind, bereitet man diese Pein auch alsbald dem Zuseher. Denn die jeweils autarken Storylines der oft nicht einmal halbstündigen Folgen können schon rein zeitbedingt in ihrer kurzen Angebundenheit nicht überzeugen. Ohne zeitlichen Spielraum (zu allem Übel hat das ursprünglich bearbeitende ZDF hier auch noch massiv zur Schere gegriffen) müssen der Comic-James T. und seine Mannen durch die Abenteuer hasten und enttäuschen dabei massiv. Denn auch um den Ideenreichtum der Scripter hat es offenkundig nicht zum Besten gestanden oder man gab sich schlicht und einfach keinerlei Mühe. Mit "schöner" Konsequenz werden die aus der Real-Serie bekannten Charaktere (Freund wie Feind) und Storylines wieder aufgegriffen und im Kurzformat mehr schlecht als recht zu leidlich Neuem verwurstet.

Doch als wäre dieses tieffliegende Ausgangsergebnis nicht schon Unglück genug gewesen, sollte es für diese Serie noch weit schlimmer kommen. Und Dies geschah, als die Filmrollen der Reihe den damaligen, deutschen Synchronisatoren in die Hände fielen. - Nun kennen wir ja alle diverse Filmerzeugnisse der Siebziger und wissen aufgrunddessen dass die Menschheit sich in diesem Jahrzehnt in einer kollektiven Umnachtung befunden haben muß, was sich filmisch in greulichen cinematischen Macharten, grotesk gewandeten Akteuren und einem brechreizerregenden Humor wiederspiegelte. Und Letzteres donnerte die Star Trek-Cartoon Reihe dann endgültig in die Gosse. Denn der letzte Joint der Übersetzer muß definitiv schlecht gewesen sein und so ergingen sie sich in dem peinlich bemühten und völlig absurden Versuch, in jedem Satz (und ich meine wirklich in JEDEM) den die Star Fleet-Crew von sich gibt haarsträubende Kalauer unterzubringen. Und so finden wir uns fassunglos vor dem Bildschirm wieder und müssen mit Entsetzen und heruntergeklappter Kinnlade beobachten wie selbst Spock (man bedenke: Der Mann ist emotionsloser Vulkanier) eine "Gewollt aber nicht gekonnt"-Zote nach der anderen zum Besten gibt. Das Ganze ging sogar soweit, dass man sich seitens der Synch-Crew nicht einmal mehr um die Storylines scherte, wodurch man oft aufgrund der völlig sinnfreien und willkürlich abgeänderten Vertextung oft nur noch aus dem Bildgeschehen rückfolgern kann, wovon die Folge eigentlich einmal gehandelt haben mag.


Fazit:
Nach zwei bis drei Folgen dieser Zeichentrickfassung um die Enterprise wird selbst der hartgesottenste Fan völlig zerrüttet von den unerträglichen (und nicht enden wollenden) "Büttenreden" der Protagonisten und den lauen bis nicht vorhandenen Plots entnervt den Fernseher ausschalten. Ein unterirdisches Machwerk und Schandfleck auf der ansonsten größtenteils weißen Star Fleet-Weste. Die deutsche Fassung ist dann schließlich der finale Dolchstoß, der diesen Murks endgültig und gnadenlos niederstreckt, ja geradezu unaushaltbar werden läßt. - Mein Rat: Wer nicht gerade fanatischer Trash-Fan oder masochistisch veranlagt ist, der sollte sich dieses jammervolle Elend ersparen.

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