Was hat man Verhoevens Käfer-Splatter-Spektakel nicht alles angedichtet. Von faschistoiden Tendenzen bis Militärsatire gab's ne ganze Breitseite auf den Meister des gepflegten Skandalfilmes. Für meinen Geschmack sind beide Extrempole zu weit hergeholt, gerade wenn man bedenkt, wie Verhoeven eigentlich tickt und was es bisher in seinem Fach geleistet hat. Auffallen, um zu unterhalten lautet auch diesmal die Devise, und zumindest in dieser Hinsicht kann „ST" gar nicht enttäuschen.
In ferner Zukunft: Kriegerisch gesinnte Käfer greifen die Erde von ihrem Heimatplaneten Klendathu an und löschen ganze Städte aus. Das Militär wird mobil gemacht und zu einem Kampfeinsatz nach Klendathu geschickt. Auch Johnny Rico (Caspar Van Dien) meldet sich zu dem Himmelfahrtskommando und erlebt das nackte Grauen.
Die Story strotz nicht gerade vor Innovationen, zugegeben. Doch man merkt, dass Verhoeven - einmal in seinem Element - kaum zu bremsen ist. Und so kann man sich auch köstlich unterhalten, wenn man das ganze als bloße Kraftmeiereishow nach dem Motto „Wie viel CGI-Effects verträgt man pro Minute" abtut, unfreiwillige Komik inklusive. Schauspielerisch liegt zwar einiges im Argen, Caspar Van Dien und insbesondere eine farblose - wenn auch hübsche - Denise Richards seien hier exemplarisch genannt.
Wer hier nach Kriegs- oder zumindest Gewaltverherrlichung schreit, sollte aber auch bedenken, wie viel wirklich grässliche Kriegsfilme - mit einem realen Hintergrund - schon über die Leinwand gingen, die zur puren Unterhaltung beitragen sollten. Verhoevens Film wirkt da eher comicmäßig und verliert so auch etwas an Schärfe.
Fazit: Auf jeden Fall reine Geschmackssache, bei Gehirnabgabe an der Kinokasse unterhaltsame 7 Punkte!