Review

Wie der Kampf gegen lästige Insekten über das Schicksal der Menschheit entscheiden kann zeigt uns Paul Verhoevens Sci-Fi-Kriegs-Spektakel der anderen Art aus dem Jahre 1997.
Aufgegriffen hat Verhoeven die Idee der alten Horrorfilme, in denen die menschlichen Akteure ekelerregenden und übernatürlich großen Insekten gegenüberstanden und um ihr Leben rangen.
Jedoch liegt bei Verhoevens Film das Hauptaugenmerk weniger auf dem Schockeffekt, als auf dem der Action, der Gewalt und des puren Kampfes.
In Starship Troopers stehen die Soldaten der Föderation einem Feind gegenüber, der ihnen in Punkto Größe, Stärke und Zahl weitaus überlegen ist.
Wie in seinen früheren Filmen, wie unter anderem RoboCop, mit Peter Weller, sind die Tötungsszenen grausam und schockierend in Szene gesetzt. Die Soldaten werden nicht einfach überrannt oder erschossen. Sie werden wie es bei Opfern von Insekten in der Regel der Fall
ist zerstückelt und verzehrt, wobei letzteres nicht gezeigt wird.
Der Film hat zumindest nicht die Absicht beim Zuschauer Übelkeit hervorzurufen. Vielmehr zielt er darauf ab, dass durch die fiesen Kills der Hass der Zuschauer geweckt und eine Sympathie für das Tun der Soldaten erzeugt wird.
Der von jeher kontroverse Regisseur und Filmemacher Verhoeven liebt es, die in den Menschen verborgene Lust am Töten aufzuzeigen. Verpackt wird das Ganze immer mit einem Hauch von Patriotismus. Er selbst sagt über seine Filme aus, dass sie bei einem konservativen Publikum
besser ankommen als bei anderen. Versteckt sind diese Anspielungen schon in den Farben und Formen der Kostüme/Uniformen der Soldaten.

Der Film "Starship Troopers" selbst soll allerdings keine Kritik an gesellschaftlich verankerten Grundeinstellungen sein, sondern ein reiner Kriegsfilm, dessen Unterhaltungswert auf der Action und der detailgetreuen Art wie der Tot dargestellt ist, basiert.

Was zu Begin gleich feststellbar ist, da der Film durch eine später eintretende Szene eingeleitet wird, in der es sofort zur Sache geht und mehrere zig Soldaten das Zeitliche
segnen. Im Anschluss an diese Szene giert der Zuschauer schon nach mehr und erwartet sehnsüchtig die folgenden Kampfhandlungen.
Auch wenn die Schlachten eher kurz gehalten sind, so sind diese umso intensiver und kommen zudem verstärkt rüber, da sie abrupt einsetzen. Nicht zu selten mit einer unerwarteten Sterbeszene.

Die eigentliche Handlung des Films dient dazu, dass der Zuschauer schnellstmöglich eine Bindung zu den einzelnen Charakteren aufbaut, wodurch man als Betrachter umso mehr Spass daran hat die Bugs sterben zu sehen, je mehr von den Soldaten sterben.
Ganz nebenbei bietet der Film noch eine Beziehungskrise, deren Ausgang eine Parallelität zu dem Hass auf die "Bugs" aufzeigt.
Obwohl bei dieser Beziehung mit all ihren Hindernissen, kein Mensch körperlichen Schaden nimmt, so entwickelt man als Betrachter einen ähnlichen Hass auf den Nebenbuler wie auf die "Bugs". Und ist demnach auch in keinster Weise vom tragischen Ende desjenigen schockiert.

Die Effekte des Films sind sehr schön gemacht und man merkt eigentlich zu keiner Zeit, dass die Bugs nicht tatsächlich auf dem Schlachtfeld anwesend sind. Allerdings ist dies auch das Mindeste was man von einem Film mit einem Budget dieser Größe erwarten darf.
Das komplette Produktionsdesign ist schön gestalten, von den Kostümen bis hin zu den Orbitschiffen der Föderation.

Ein weiteres nettes wie wichtiges Element des Films bietet die Musik, die den kompletten Film in ein atemberaubendes Flair taucht. Die Musik ist gewaltig wie emotional zugleich.
Außerdem enthält sie wiederum diese militärischen und patriotischen Aspekte, die den Film zu dem machen was er ist.

Alles in allem finde ich den Film recht unterhaltsam und amüsant. Besonders, weil es sich bei "Starship Troopers" um keinen Film handelt bei dem man zwangsläufig das Hirn benutzen muss. Zumindest verlangt das der Film nicht vom Betrachter, bzw. er versucht nicht anspruchsvoll zu sein. Es ist ein kleiner, wenn auch nicht optimaler "Partyfilm" und so gesehen ist der Film es wert angeschaut zu werden.

Details