Die Erde in der Zukunft: Eine totalitäre Weltregierung hat sich etabliert, in der Bürgerrechte an die Wehrpflicht gekoppelt sind. Wer wählen oder studieren will, muss sich verpflichten – und das bedeutet meist: Dienst im Militär. Im Zentrum der Handlung steht der junge Johnny Rico, der gemeinsam mit seiner Freundin Carmen und seinem Kumpel Carl gerade die Schule beendet. Während Carmen zur Flotte geht, entscheidet sich Rico, der ihr nacheifert, für die Infanterie. Dort lernt er Kameradschaft, Disziplin – und den Schrecken des Krieges.
Kurz darauf erfolgt ein massiver Angriff auf die Erde durch eine außerirdische Insektenrasse – die sogenannten „Bugs“. Buenos Aires, Ricos Heimatstadt, wird dabei vollständig ausgelöscht. Getrieben von Rache und Pflichtbewusstsein zieht Rico gemeinsam mit seinen Kameraden in einen erbitterten, blutigen Krieg gegen die Bugs.
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Meine Meinung
Starship Troopers ist viel mehr als nur ein Sci-Fi-Actionfilm mit riesigen Insekten. Auf den ersten Blick könnte man denken, es sei einfach nur ein trashiger Militär-Shooter mit überzeichneter Gewalt, Uniformfetisch und patriotischem Gehabe – aber genau diese Überzeichnung ist der Punkt.
Der Film ist eine kluge Satire, die auf subtile (und manchmal auch gar nicht subtile) Weise den Militarismus, Nationalismus, die Propaganda und blinde Gefolgschaft aufs Korn nimmt. Regisseur Paul Verhoeven (der auch RoboCop und Total Recall gemacht hat) spielt hier mit Faschismus-Symbolik, durchgestylten Rekrutierungsspots, Gleichschaltung der Medien und entmenschlichter Kriegsrhetorik – und hält dem Zuschauer damit einen ziemlich zynischen Spiegel vor.
Was dabei so brillant ist: Der Film tarnt sich als das, was er kritisiert. Viele Zuschauer*innen sehen in Starship Troopers nur ein cooles Sci-Fi-Spektakel – aber wer genauer hinschaut, erkennt, wie bissig und gesellschaftskritisch das alles gemeint ist. Die Frage, ob man „ein Bürger“ sein muss, um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Die Charaktere – Johnny Rico, Carmen Ibanez, Carl Jenkins und Co. – wirken auf den ersten Blick wie Stereotypen, was aber auch Teil der satirischen Anlage ist. Die Darsteller*innen machen ihren Job gut, auch wenn man von ihnen keine oscarreife Tiefe erwarten darf. Dafür ist ihr Zusammenspiel sympathisch und glaubwürdig genug, um mit ihnen mitzufiebern – gerade in den intensiven Kriegsszenen.
Visuell war der Film 1997 seiner Zeit ein gutes Stück voraus. Die Mischung aus praktischen Effekten und CGI funktioniert erstaunlich gut – und auch heute noch kann man sich den Film problemlos anschauen, ohne dass er völlig altbacken wirkt. Klar, man merkt ihm das Alter an, aber das tut dem Spaß keinen Abbruch. Die Action ist knallig, brutal und manchmal regelrecht grotesk – was ebenfalls wieder perfekt zur satirischen Grundaussage passt.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die konsequente Weltzeichnung. Alles wirkt durchdacht – von den Schuluniformen bis zu den Propaganda-Spots à la "Would you like to know more?". Und das Ende, das uns kein Happy End schenkt, sondern die Kriegsmaschinerie weiterrollen lässt, passt perfekt zum Gesamtbild.
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Fazit
Starship Troopers ist ein cleverer, unterschätzter Film, der unter seiner trashigen Oberfläche eine messerscharfe Gesellschaftskritik versteckt. Wer ihn nur als Alien-Schnetzelei betrachtet, verpasst das Beste daran. Er ist laut, brutal, ironisch, sarkastisch – und dabei unglaublich unterhaltsam.
Ein Film, der mit den Jahren nicht schlechter, sondern besser und relevanter geworden ist. Für eine 9 reicht es knapp nicht, weil er sich an manchen Stellen dann doch ein wenig zieht oder ins Übertriebene kippt – aber als Sci-Fi-Satire ist er nahezu einzigartig.