Kurz vor seinem Tod will der Millionär Real Abbitte dafür leisten, dass er den Vater der Australierin Kathleen Kent einst auf unlautere Weise um sein Vermögen gebracht und diesen so in den Selbstmord getrieben hatte, weshalb er die junge Frau nun als seine Alleinerbin einsetzt. Hinter der Kohle ist allerdings auch der Gangster Connor her, der Kathleen und ihren Rechtsbeistand Ferry Westlake nach ihrer Ankunft am Londoner Bahnhof von seiner Bande entführen lässt, um sie als Druckmittel gegen Real einzusetzen... dieser hat seine Reichtümer nämlich in einem in einer Gruft unter seinem Haus befindlichen Tresor-Raum gebunkert, der zudem auch von einigen perfiden Todesfallen gesichert ist, was einen gewaltsamen Zugriff effektiv verhindert. Neben Connor und seinen Leuten scheint auch noch eine weitere Partei hinter dem Tresor-Inhalt her zu sein, denn in der Folgezeit verübt ein Unbekannter so einige Morde im Umfeld der Gangster, was schließlich auch Inspektor Angel von Scotland Yard auf den Plan ruft... "Die Gruft mit dem Rätselschloss" ist nach "Der Schwarze Abt" Franz Josef Gottliebs zweiter Beitrag zur Edgar Wallace-Reihe der Produktions-Gesellschaft Rialto Film und ebenso wie dieser wiederum ein eher mittelmäßiger Vertreter seiner Art, der zudem damals auch an der Kino-Kasse underperformt und die bis dato wenigsten Zuschauer gezogen hatte (auch wenn immer noch weit über eine Million Leute den Streifen sehen wollten). Verantwortlich für den - relativen - Misserfolg ist da wohl die starke Gewichtung auf herkömmliches Krimi- und Gangster-Getue, worüber der Angelegenheit ein wenig das charmante, britische Gruselkrimi-Flair verlustig geht, das die besten Edgar Wallace-Streifen bislang so ausgezeichnet hat... auch wenn die titelgebende "Gruft mit dem Rätselschloss" an sich, in der Eindringlinge durch infernalischen Krach und dauerblinkende Lichter in den Wahnsinn getrieben werden, schon was hat und durchaus als früher Vorläufer einer "Saw"-Falle durchgehen darf, in die ein John Kramer da seine Opfer steckt. Die Geschichte selbst kann da leider nicht mithalten, kommt ziemlich verwirrend und nur mäßig spannend daher und wird auch durch unvorhersehbare Wendungen kurz vor Schluss nicht wirklich aufgebessert. Auch fehlt dem Ganzen ein Joachim Fuchsberger oder Heinz Drache, die in der Rolle des smarten Scotland Yard-Inspektors auftrumpfen und zwischen all dem kriminellen Gesocks die Zuschauer-Sympathien auf sich ziehen könnten... der eigentlich nur sporadisch am Rande auftauchende Harry Meyen als Inspektor Angel wirkt da schlicht nur fad und langweilig, es verwundert nicht dass es bei diesem einzigen Auftritt bleiben sollte. Bleibt halt nur Eddi Arent, der den Kenn'-ich-schon-Anker für das Publikum macht und ohne Rücksicht auf Verluste seine Comedy-Nummer durchzieht. Was das Ganze rettet, ist ein gewisser technischer Standard, der sich in der wie immer gut anzusehenden Schwarzweiß-Fotografie äußert, und sicherlich auch dadurch bedingt wurde, dass sich bei dem mittlerweile 16ten Edgar Wallace-Streifen in fünf Jahren bei der Rialto nun eine gewisse Routine eingestellt hat, was die Produktion wie am Fließband anbelangt. Nach den beiden Serien-Highlights "Das Indische Tuch" und "Zimmer 13" kommt man trotzdem nicht umhin, "Die Gruft mit dem Rätselschloss" als kleine Enttäuschung zu empfinden.
5/10