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Für das Wiedersehen mit ihren Freunden hat Kim den perfekten Wochenendausflug geplant. Gemeinsam fahren sie zu einer einsamen Hütte am See, um die Seele baumeln zu lassen und alte College-Erinnerungen aufzufrischen. Bis die Gruppe beschließt, sich die Zeit mit einem unheimlichen Spiel namens "Dead Mary" zu vertreiben, und damit unabsichtlich einen Rachegeist weckt, der von jedem der Spieler Besitz ergreift. Als der Dämon sie gegeneinander aufwiegelt, steht jeder einzelne vor der Wahl: Wer ist bereit, seinen besten Freund in Stücke zu zerhacken, um selbst zu überleben? Und... wie würden Sie sich entscheiden?!?


Nun wird nicht gerade wenigen Leuten die vorhandene Thematik seltsam bekannt vorkommen, denn kennt man das "Bloody Mary-Thema" aus nicht gerade wenigen anderen Genre-Vertretern, nur das es hier kurzerhand in "Dead Mary" umbenannt wurde. Das ändert aber auch nicht gerade viel an der Tatsache, das dieser Film nicht garade Innovation ausstrahlt, jedoch bekommt der Zuschauer altbewährte Zutaten präsentiert, die im Prinzip auch recht ansehnlich und größtenteils auch sehr spannend zusammengefügt und in Szene gesetzt wurden. Der einzige Punkt, der in diesem unterhaltsamen Horrorfilm etwas befremdlich wirkt, ist die erste halbe Stunde, in der nämlich eigentlich gar nichts passiert und man lediglich mit einigen eher belanglosen Spannungen innerhalb der Gruppe konfrontiert wird. Nach gut 30 Minuten ist es dann aber endlich soweit und die Geschichte nimmt erheblich an Fahrt auf, wobei sich insbesondere das Erzähltempo sehr positiv verändert.

Gleichzeitig schlägt auch die Grundstimmung des Geschehens vollkommen um, denn herrschte im ersten Drittel eigentlich noch überhaupt keine Atmosphäre vor, so ändert sich das doch fast schlagartig, denn ohne große Vorwarnung sieht man sich auf einmal einer extrem bedrohlich erscheinenden Szenerie gegenüber, in der man die aufsteigende Spannung förmlich greifen kann. Der erste Tote lässt nicht lange auf sich warten, doch stellt sich ziemlich schnell heraus, das er eigentlich nicht wirklich tot ist. Mehr soll darüber aber nicht verraten werden, um die Spannung nicht zu mindern, aber in gewissen Passagen kann man doch diverse Ähnlichkeiten zu einem Genre-Klassiker wie "Tanz der Teufel" erkennen, wobei vorliegender Film selbstverständlich nicht annähernd an die Klasse des Kultfilms heranreichen kann.

Dennoch dürfte der geneigte Horror-Fan hier auf seine Kosten kommen, denn entwickelt sich doch auch unter den Gruppenmitgliedern eine Art Katz-und Mausspiel, da keiner mehr so richtig weiss, wem er noch vertrauen kann. Misstrauen hält Einzug bei den Jugendlichen und es werden Geheimnisse gelüftet, die so manchen ziemlich schwer zusetzen. Und auch die Reihen der Protagonisten lichten sich mit der Zeit immer mehr und phasenweise sieht es so aus, als wenn überhaupt keiner mit dem Leben davonkommen würde. Ob am Ende der Geschichte aber doch noch jemand davonkommt, davon sollte man sich selbst überzeugen, indem man sich diesen wirklich nicht schlechten Horrorfilm einmal selber anschaut, um sich ein Urteil erlauben zu können.

Im darstellerischen Bereich bekommt man es wieder einmal mit den typischen amerikanischen Jungdarstellern zu tun, die leider wie so oft beliebig austauschbar wirken und auch größtenteils eher blass bleiben. Nebenbei wirkt auch keiner der hier dargestellten Charaktere so richtig symphatisch, was auch sicherlich darin begründet ist, das anscheinend jeder eine Menge Dreck am Stecken hat. Lediglich 1-2 Personen hinterlassen wenigstens einen etwas positiven Eindruck beim Betrachter, so das man über deren frühzeitiges Ableben etwas traurig sein könnte, wenn es denn dazu kommen sollte. Zu den restlichen Figuren baut man erst gar keine Beziehung auf, so das ein eventueller Tod nicht sonderlich ins Gewicht fallen würde. Letztendlich wird man hier mit äusserst solider Horrorkost bedient, die zwar über keine besonderen Highlights verfügt, aber dennoch kurzweilige und teils sehr spannende Unterhaltung bietet, die für einen gemütlichen Film-Abend bestens geeignet ist.


Fazit:


"Dead Mary" bietet altbewährte Zutaten in einer durchaus interessanten Verpackung, wenn man einmal die ersten 30 Minuten etwas aussen vorlässt. Sicherlich kein Highlight des Genres wird man aber doch mit einer insgesamt interessanten Geschichte konfrontiert, die auch einige etwas härtere Passagen beinhaltet, ohne dabei jedoch den Rahmen zu springen. Wer sich an einer nicht unbedingt innovativen Geschichte erfreuen kann, die in der letzten Stunde auch durch eine tolle Atmosphäre und viel Spannung überzeugt, der sollte sich dieses Werk ruhig einmal ansehen, denn man ist schon weitaus schlechter unterhalten worden.


6,5/10

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