Review

Dieser Wallace-Krimi ist innerhalb der ansonsten qualitativ stark abfallenden Farb-Ära eindeutig der beste. Das liegt zum großen Teil an der ausgiebigen Präsenz von Klaus Kinski, der dem Film mit irrem Geschrei schon mal einen unnachahmlich wirkungsvollen Anfang verpasst. Die Kamera fährt auf Kinskis verzerrtes Gesicht, Schüsse, "Hallo, hier spricht..." Also, besser kann ein Film kaum anfangen, findet ihr nicht???
Die Gestalt mit der blauen Hand ist um einiges gruseliger als die sonst manchmal etwas lächerlichen Killer (etwa "der Unheimliche"). Neben Kinski bietet der Film den unverwechselbaren Albert Bessler als Butler und den genialen Carl Lange als irren Arzt/Irrenarzt und damit Schauspieler, die durch ihr finsteres Spiel dem Krimi noch mehr Grusel verleihen, als Kinski dies ohnehin schon tut. Harald Leipnitz als Kommissar ist recht zurückhaltend eingesetzt, und das ist erfreulich, weil charismatischere Ermittler wie Joachim Fuchsberger oder Heinz Drache dem Film viel an Atmosphäre nehmen würden. So verzichtet der Film auch auf eine an den Haaren herbeigezogene Liebesgeschichte (wie wir sie aus anderen Wallace-Filmen kennen), obwohl Diana Körner in ihren jungen Jahren sehr schön anzusehen ist.
Leider wird der Film nach dem eigentlichen Finale in der Irrenanstalt, das sehr düster und fies umgesetzt ist, ziemlich schwach, und die Auflösung am Ende ist eher eine Verwirrung. Und dann erlaubt sich der Film auch noch, am Ende in dummdreister Weise auf den "Mönch mit der Peitsche" hinzuweisen. Irgendwann musste ja Atze Brauners CCC-Fabrik ihr unansehnliches Haupt erheben, wenn man das hier mal so geschwollen sagen darf.
Leute, zieht euch das rein, Kinski ist es wert!

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