Dave Emerson, der als geistesgestört gilt, flieht aus einer Nervenheilanstalt und gerät unter Verdacht, mehrere Morde begangen zu haben. Der Täter mordet mit dem „Die blaue Hand“ genannten Handschuh einer alten Rüstung. Doch im Verlauf der Ermittlungen zeigt sich, dass das Erbe der Emersons und die fünf Geschwister, einschließlich Daves Zwillingsbruder Richard, eine entscheidende Rolle spielen.
Zweite von drei zum Todestag von Edgar Wallace gesichteten Verfilmungen. Hier fehlt zwar Eddi Arent, dafür aber haben wir einen brillanten Klaus Kinski in einer Doppelrolle, der zeigen kann, was er darstellerisch drauf hat. Aber ganz allgemein wird hier gut performt und Siegfried Schürenberg sorgt als Sir John für genug Humor, um Eddi Arent adäquat zu ersetzen. Der Mann ist in seiner leicht trotteligen Kompetenz einfach großartig.
Die Story ist nice, aber natürlich wie so oft völlig unsinnig kompliziert und in der Praxis viel zu fehleranfällig, um tatsächlich logisch zu funktionieren. Aber da das ja vermutlich niemand bei einem Wallace anders erwarten würde, passt das gut und ist bisweilen durch den Einsatz von Ratten und Schlangen auf psychologischer Ebene hübsch gemein.
Handwerklich ist das sauber umgesetzt. Die Kamera fängt eine schöne Schloss- bzw. Irrenhaus-Atmosphäre eine, wobei hier altes Schwarz-weiß vermutlich für noch mehr Stimmung gesorgt hätte, als die Farbe. Gefühlt verorte ich Wallace-Filme erstmal immer in Schwarz-weiß.
Schöner Wallace mit tollem Kinski und Schürenberg, leidlich spannend, immer unterhaltsam. Feiner Krimi.