Review

Eine Weisheit besagt, dass man bei Kritiken immer mit dem Positiven anfangen sollte. Nur leider gibt es hierzu nicht viel Erfreuliches zu sagen. Da wären höchstens die Actionszenen, wie beispielsweise eine kleine nette Schießeinlage Eddies beim "Dorfpuff", welche zufriedenstellend, aber harmlos sind. Zudem vergeht doch eine Menge Zeit, bis man sie überhaupt zu Gesicht bekommt, denn viel zu oft kriecht die Spannung des Filmes auf dem staubigen Erdboden umher. Was einem also an Action geboten wird, geht in Ordnung, ist aber unterm Strich zu mager, was die Häufigkeit betrifft. Dadurch kommt, wie gesagt, wenig Spannung auf und die Langeweile beherrscht größtenteils den Film.

Und dies ist nur einer von vielen negativen Aspekten dieses billigen B-Actioners. Die Story über den Macho-Cowboy, der erstmal meint, ein kleines Kaff von seiner kriminellen Energie zu befreien, ist nämlich auch ganz schwach und außerdem relativ ausgeleiert und einfallslos.
Lächerlich ist schon der Anfang: Unserem Eddie verreckt zunächst seine Schüssel mitten in der Wüste, wogegen es ja noch nichts auszusetzen gibt. Dann packt er aber seine Tequila-Buddel aus und ist schon nach ein paar Schlückchen so knülle, dass er in "Trance" meint, mit seiner Knarre ein bisschen durch die Gegend zu ballern. Und was gibt es nicht für Zufälle, dass er mit einem Schuss einen vorbeifahrenden Jeep genau an der Ecke zwischen Front- und Seitenscheibe trifft.
Absolut trashig auch die Szene, in der Eddie von seinem Indianerkumpel Johnny liebevoll verarztet und "in den Schlaf gesungen" wird.
Übertreffen kann dies nur noch die Oma, die es sich am Fenster erstmal gemütlich macht während Eddie es mit zwei Blondinen treibt. Zunächst war ich geschockt, was denn nun als nächstes folgen mag, als sie dann einen Strohhalm herauskramte. Kommt jetzt vielleicht eine Szene, die ich gar nicht sehen will und die vielleicht der Indizierungsgrund für den Film ist? Zum Glück konnte ich aber beruhigt aufatmen, denn die Voyeur-Oma benutzte den Strohhalm nur zum Trinken.
Keine Sorge, es gibt in dem Streifen noch viel mehr von solchen komischen Figuren wie etwa Jubal Early, der wie ein abgewrackter Weihnachtsmann aussieht.

Ja, so ganz ernst nimmt sich der Film selber nicht, aber einige Szenen sind in meinen Augen auch unbewusst amüsant geraten. Anderseits gibt es aber auch Passagen, die lustig sein sollen, aber völlig dumm wirken.
Die Low-Budget-Produktion macht sich auch an der einseitigen Wüstenlocation bemerkbar, welche auf Dauer hier einfach öde rüber kommt.
Die Darsteller sammeln sich hier in einem Haufen von Unfähigkeit, der auf den Zuschauer losgelassen wird. Der gute Jean-Claude Van Damme sollte aufpassen, dass das Niveau seiner Filme nicht nochmal diesen negativen Punkt erreicht, denn die schauspielerischen Leistungen sind nur billig. Van Damme selber macht hier vom ganzen Übel immerhin noch den besten Eindruck, was nicht heißen soll, dass er seine Arbeit insgesamt gesehen zufriedenstellend erledigte.

Fazit: Schlechter B-Actioner, der oft unfreiwillig komisch ist und viele Klischees, wie die Inszenierung der Liebesgeschichte, aufweist. Für Van Damme - Fans ist das die reinste Enttäuschung. (2+/10 Punkten)

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