Der Titel deutet bereits ein wenig darauf hin: Es geht um einen Psychotrip, Halluzinationen und die Frage „Welche Persönlichkeit steckt wirklich in mir und was geht in meinem Umfeld vor sich?“
Man könnte es sich jetzt einfach machen und das unbefriedigende Resultat von Film auf das Produktionsland Deutschland zurückführen, wo ein Regiedebütant schlichtweg versucht, auf den Mindfuck-Film-Zug aufzuspringen.
Im Endeffekt ist es aber auch nicht anders. Leider.
Im Mittelpunkt steht Studentin Sam, die seit einem Monat an der medizinischen Fakultät eingeschrieben ist. Besonders glücklich ist sie dabei jedoch nicht, eine Kommilitonin macht sie ständig nieder und zudem ist sie unglücklich verliebt. Doch das ist noch nichts gegen die anonymen E-Mails, denen bizarre Videos angehängt sind oder den finsteren Typen, dem sie in der Bibliothek begegnet. Sam taucht immer mehr in eine Welt aus Alpträumen und Halluzinationen ein, bis sie auf die Ursache kommt, die mit einem Brand im biologischen Forschungszentrum zusammenhängt.
Man gibt die Hoffnung ja nicht gleich auf, wenn das Treiben nach 20 Minuten noch nicht so recht zu packen weiß, Studentin Sam eingeführt wird, dazu ihr soziales Umfeld, eine Party und zugleich ihr Love Interest Max, den sie aus Verlegenheit abblitzen lässt.
Erst mit der ersten Mail und dem Video, welches eine gesichtslose Frau zeigt, der Flammen aus den Handinnenflächen lodern, wird das Interesse geweckt, weil´s ja gar nicht so dilettantisch aussieht.
Nur leider bietet die Spannungskurve anschließend keine Steigerung mehr, zu selten ereignen sich mysteriöse Ereignisse, die Mail kommt mit gleichem Inhalt noch ein weiters mal, dazu ein Fremder und der subjektive Blick einiger Kameras, die Sam scheinbar dauerhaft im Visier haben.
Sam steht vollkommen im Mittelpunkt, rätselt über einen Regenbogen als Symbol von Kindheitserinnerungen, erlebt häufig Alpträume, kehrt immer wieder zum eigentlich abgeriegelten Hörsaal zurück, forscht ein wenig im Internet nach und wundert sich über eine Brandwunde unterhalb der Brust, die ein Freund und angehender Arzt sogleich untersucht.
Doch bei alledem fehlt es an Tempo und erzählerischen Höhepunkten.
Ohnehin geschieht in den rund 80 Minuten recht wenig, die Schauplätze pendeln zwischen Sams Wohnung, Bibliothek und einem Hörsaal in der Uni und hier mangelt es an allen Ecken und Enden an Mystik. Neben den Mails, einem fremden Verfolger und zahlreichen Inserts in schwarz-weiß, die man zunächst überhaupt nicht zuordnen kann, ist das Timing durch und durch unprofessionell.
Die Story packt nicht, bietet kaum Anhaltspunkte, um Interesse zu wecken und tritt mit vielen Dialogen, die das Geschehen nicht voranbringen, oftmals auf der Stelle.
Letztlich ist es einzig und allein die Auflösung der Geschichte, der man noch mit gewissem Interesse entgegenhofft.
So bieten sich gegen Ende gleich zwei Plot-Twists, der erste ist komplett hanebüchen und lässt tiefschwarze Logiklöcher auftauchen, die dann mit der schlussendlichen Wendung wieder ein wenig ausgebügelt werden.
Jedoch, in diesem Kontext hat man die Auflösung bei ähnlich gelagerten Filmen in den letzten Monaten schon mehrfach gesehen und bietet insofern nichts Neues.
Dass die Story von Beginn an kaum zu unterhalten vermag, liegt nicht nur an der distanziert kühlen Inszenierung, sondern primär an den ganz schwachen Darstellern und ihrer noch lausigeren Synchro.
Hauptdarstellerin Jodie Ahlborn schlägt sich für ein Debüt noch relativ wacker, während ihre Schauspielkollegen – ebenfalls einige Anfänger – doch deutliche Schwächen im Minenspiel zeigen. Vor allem dieser Gil Ofarim als Love Interest von Sam, beweist einmal mehr, dass er allenfalls als Schmuserocker für unbedarfte 14jährige durchgeht, als Schauspieler aber eine Katastrophe ist.
Schlimmer sind insgesamt aber die deutschen Synchrostimmen, die, furchtbar hölzern und unpassend betont, während einiger Dialogpassagen die Nackenhaare zu Berge stehen lassen.
Positiv ist allenfalls noch der Score zu erwähnen, der statt Musik mit brauchbaren Sound-FX daherkommt und stellenweise zumindest einen Anflug von Atmosphäre aufkommen lässt.
Die schwach inszenierte Geschichte tut dies ansonsten nicht.
Ewig kommt das Geschehen nicht in Gang und wenn schon mal die rar gesäten Mystery-Elemente auftauchen, folgt in der nächsten Szene wieder ein zwischenmenschlicher Dialog, der überhaupt keine Emotionen aufkommen lässt.
Mit der Auflösung des halbgaren Rätselratens erfolgt auch keine sonderliche Aufwertung des Materials und am Ende fühlt man sich in seinen negativen Vorurteilen gegenüber deutschen emotionsarmen Produktionen so ziemlich bestätigt.
Möglicherweise hätte ein erfahrener Regisseur ein wenig mehr aus der Geschichte herausholen können, doch so bietet sich dem Zuschauer lediglich ein müder und ideenloser Abklatsch internationaler Genrebeiträge, die diesen Stoff bereits zig Mal ansprechender verfilmt haben.
Ideenlos, spannungsarm und die meiste Zeit ziemlich öde.
3,5 von 10