Wenn die Zutaten entsprechend die meisten Kinogänger-Gruppierungen ansprechen, ist der Erfolg schon so gut wie gesichert – so wieder einmal geschehen bei dem Überraschungs-US-Erfolg „Wild Hogs“ aka „Born to be wild“, der in den Staaten unglaubliche Summen an der Kasse reinholte.
Generell spricht das Rezept aber auch viele an: eine relativ unspezifisch gestrickte Underdog-Komödie im Fish-out-of-water-Milieu, Bikerromantik, Midlife-Crisis, Albernheiten und ein Staraufgebot im Cast, der einmal nicht jenseits aller Geschmacksgrenzen agiert.
Das Beste, was man über diese „City Slickers“-Variante auf heißen Öfen sagen kann, ist, das alle Beteiligten offenbar einen Riesenspaß hatten und niemand dabei zu kurz kam.
Das ist schon ein hartes Stück Arbeit, wenn man so unterschiedliche Gesichter wie John Travolta, William Macy, Tim Allen und Martin Lawrence engagiert, die vom Arthaus über Blockbuster bis zu Kinderkomödien allen Bevölkerungsgruppen ein Begriff sind (von dem Quotenschwarzen Lawrence mal ganz abgesehen).
Inhaltlich macht der Film nicht so viel her, vier Mitvierziger auf einem Road Trip gegen die persönlichen Dämonen des Alterns und der Ausweglosigkeit ihrer Berufe. Dabei legt man sich natürlich mit einer schlimmen Gang an, findet ein hübsches Städtchen mit netten Leuten und muß dieses dann western-like gegen die Invasoren verteidigen.
Alles schon mal dagewesen, aber in diesem Fall flott und frisch aufgezogen, angereichert mit einer ganzen Latte von netten Co-Stars, bei denen Ray Liotta als Gangboss und John C. McGinley als schwulen Landstraßen-Motorrad-Cop absolut herausragen.
Ansonsten greift man endlich mal nicht in Fäkalien (sieht man von etwas Vogelkot ab), sondern serviert fröhliche Albernheiten und muntere Sprüche, die niemandem weh tun, wenn man davon absieht, das viele Jokes eher homophob gefärbt sind (aber das waren die meisten Laurel und Hardy-Jokes auch).
Ernst nehmen sollte man das Ergebnis nicht, sondern sich freuen, dass man endlich mal wieder mit der ganzen Familie ins Kino kann und keiner unzufrieden sein sollte, abgesehen davon, dass Allen und Travolta dringend ne kleine Diät brauchen.
Daß das alles natürlich belanglos ist – geschenkt – hin und wieder braucht man so ein lustiges Zwischendurchhäppchen und im Verkauf macht sich das auf DVD auch ganz gut. (7,5/10)