,,Born to Be Wild - Saumäßig unterwegs" ist ein für mich bislang sehr unterschätzter Film, der weit mehr hervorbringen kann, als was man auf dem ersten Blick von ihm erwartet. Zumindest ging es mir so, denn meine Erwartungen waren nicht sehr hoch bei diesem Film und ich hatte bei weitem nicht mit so etwas Gutem gerechnet, sondern eher mit einem Film, dessen Trailer viel versprach und man die witzigsten Szenen daraus bereits kannte, aber sonst weiter nichts mehr bot. Allerdings wurde ich eines besseren belehrt und positiv überrascht. Wer allerdings zu hohe Anforderungen an den Film stellt, der könnte auch enttäuscht werden.
Doug (Tim Allen), Bobby (Martin Lawrence), Woody (John Travolta) und Dudley (William H. Macy) sind vier in die Jahre gekommenen Underdogs, dessen Leben nicht mehr viel aufregendes zu bieten hat. Doug ist ein Provinz-Zahnarzt, der nicht mal essen darf, wozu er Lust hat und dessen Sohn nichts mit ihm unternehmen will. Bobby steht bei seiner Frau total untern Pantoffeln und ist ein dämlicher Klempner, dem seine Arbeit alles andere als Spaß macht. Woody hat eigentlich alles, was ein Mann sich nur wünscht. Er hat Geld, eine wunderschöne Frau, die ein Model ist, doch dies ist alles nur Fasade für seine Freunde, denn in Wirklichkeit ist Woody Pleite und sein Top-Model kriegt er auch fast nie zusehen, da sie immer auf Reisen ist. Und Dudley ist ein öder PC-Fachmann, der trottelig ist und einfach nicht mit Frauen sprechen kann. Zusammen beschließen sie mal aus ihrem öden,abenteurlosen Familienleben für eine Woche zu verschwinden und machen einen Road-Trip bis an die Küste. Ohne Frauen, ohne Handys, total ungebunden von irgendwelchem Alltagsstress. Doch so leicht, wie sie sich das vorgestellt hatten, verläuft der Road-Trip nicht, denn in einer Bikerbar legen sie sich unfreiwillig mit einer Bikergang an...
Das Intro lässt zu Beginn gleich die Herzen der Fans alter, rockender Mucke aufgehen. Denn während der Schriftzug ,,Wild Hogs" zu lesen ist, dröhnt aus dem Hintergrund das Lied ,,Gimme Some Lovin" von der Spencer Davis Group und man sieht, wie Doug auf seiner Harley der Straße entlang fährt und nach und nach seiner Kumpels Bobby, Woody und Dudley dazu kommen und sich jeweils mit den Fäusten abklatschen. Der erste Pluspunkt, wegen der guten Mucke zu Beginn, war also schon gesammelt.
Hinzugekommen ist dann auch das sehr erwähnenswerte Staraufgebot, über ,,Hör mal wer da hämmert"-Star Tim Allen, der auch hier seiner alten, komödiantischen Darstellung gerecht geworden ist, Martin Lawrence von dem ich sowieso noch nie einen schlechten Film gesehen habe, John Travolta, der sich ebenfalls immer lohnt mal anzugucken und William H. Macy, den ich mir in so einer tollpatschigen Rolle niemals hätte vorstellen können, der aber sehr gut für diese Rolle besetzt wurde.
Der Film ist sehr unterhaltsam aufgebaut und verliert nie an Fahrt, so dass er irgendwann mal langweilig werden könnte, sondern hält einen durch seiner, auf die Bauchmuskeln schlagender Situationskomik und seinem genialen Wortwitz immer in Fahrt. Hinzu kommt noch ein kleiner Schuss Action und ein G E N I A L E R Soundtrack und das war es dann auch.
,,Born to Be Wild" ist wohl der Überraschungshit aus der komödiantischen Ecke 2007 und stellt für mich, die wahrscheinlich beste Komödie des Jahres dar und dafür gebe ich auch gerne eine (8/10).