Review

Die vier Oldies John Travolta (Pulp Fiction, Operation: Borken Arrow), William H. Macy (Jurassic Park III, Zivilprozess), Tim Allen (Galaxy Quest, Santa Clause) und Martin Lawrence (Big Mama´s Haus, Bad Boys) spülten mit "Bor to be Wild" noch mal kräftig Kohle in die Kinokassen. Sein "Party Animals" hat mir zwar überhaupt nicht zugesagt, doch Walt Becker (Old Dogs, Die Hochzeitsfalle) hat sich spätestens hiermit im Genre Komödie bewiesen.

Sie nennen sich "Wild Hogs" und planen nun eine Tour zum Pazifik. Doug Madsen (Tim Allen), Woody Stevens (John Travolta), Dudley Frank (William H. Macy) und Bobby Davis (Martin Lawrence) wollen ihren Alltag mal für eine Woche vergessen und auf ihren Harleys entspannen. Doch unterwegs geraten sie mit dem Biker Jack (Ray Liotta) und dessen Gang aneinander. Schließlich landet das Quartett im kleinen Nest Madrid. Dudley verknallt sich dort in die Kellnerin Maggie (Marisa Tomei). Doch ihr Glück währt nur kurz, denn Jack will sich an ihnen rächen und trudelt auch bald in Madrid ein. Schließlich müssen Woody, Dudley, Doug und Bobby beweisen, ob sie das Zeug zum echten Biker haben.

"Born to be Wild" mag das Genre in keiner Weise neu erfinden, weiss aber dank seiner sympathischen Charaktere sehr zu überzeugen. Wirklich jeder des Quartetts hat Probleme im Alltag, deswegen kann sich der Zuschauer schnell mit den Figuren anfreunden. Da wäre das Großmaul Woody, der seinen Job, seine Frau und sein ganzes Vermögen verloren hat. Doug ist durch seine Zahnarztpraxis zum Workaholic geworden, sein Sohn hält ihn für eine Krücke. Weiter geht es mit Bobby, der als Toilettenreiniger den wohl miesesten Job hat, ausserdem steht er stark unter der Fuchtel seiner Frau. Und dann wäre da noch Dudley. Der ist schon seit Ewigkeiten Single und führt ein langweiliges Leben. Die Charaktere präsentiert uns Becker im Schnelldurchlauf, auch muss man sich nicht lange gedulden, bis Woody seine Freunde zu der Tour überredet hat.

Vor allem macht "Born to be Wild" von Anfang an Laune. Die Dialoge haben Pepp und auch einige Slapstickeinlagen machen sich gut. Man hat alle Gags schon mal irgendwo gesehen oder gehört, doch die vier Oldies gehen dermaßen mit Elan an ihre Rollen heran, dass man darüber hinweg sehen kann und sich so gut wie an jedem Gag erfreut. Auch wenn er sich mal unter der Gürtellinie befindet. Und unsere Hobbybiker treten auch in jedes Fettnäpfchen. Ausversehen fackeln sie ihr Zelt, samt Schlafsäcke und Klamotten ab und geraten an einen schwulen Deputy (John C.McGinley), der sie verfolgt. Man macht Bekanntschaft mit Vogelkacke beim fahren und nimmt die Bikergang um Jack nicht sonderlich ernst. Schließlich kommt es soweit, dass die Stammkneipe der Biker in Flammen steht, die wollen dem Quartett natürlich ans Leder. Als ob das alles wäre, gibt es auch untereinander einige Streitereien, doch im Endeffekt weiss der Zuschauer, dass die vier Kumpel in jeder Situation dann doch zusammenhalten. Natürlich kommt es noch zur finalen Konfrontation zwischen den "Wild Hogs", heisst übersetzt Wildsäue und den "Hot Fuegos" um Jack. Eine kleine Schlägerei darf es auch noch geben, auch ein wildgewordener Stier heizt den Hobbybikern noch ordentlich ein und Single Dudley darf sich noch verknallen. Desweiterem folgt noch eine Aussprache mit den Ehefrauen.

Untermalt wird das Geschehen von tollen Rocksongs, zum Beispiel AC/DC oder Jon Bon Jovi. Man fühlt sich teils in die Zeit von "Easy Rider" zurückversetzt, wohl deswegen spendierte man Peter Fonda (Todeszug nach Yuma, Futureworld) als Rockerlegende Damien Blade einen Auftritt. Doch auch Ray Liotta (Flucht aus Absolom, Turbulence) als aggressiver Bikerchef geht herrlich überzogen ans Werk, ernst nehmen kann man ihn natürlich nicht. John C. McGinelys (Surviving the Game, Get Carter) Auftritte sind nicht gerade das Gelbe vom Ei. "Born to be Wild" ist bis in die Nebenrollen top besetzt, da tummeln sich noch Jill Hennessy, Marisa Tomei und M.C. Gainey.

Alles bleibt vorhersehbar, das Happy End ist vorprogrammiert und gegen Ende geht "Born to be Wild" ein bisschen die Puste aus. Dennoch haben nicht nur die Stars ihren Spass, denn die Mischung aus Wortwitz und Slapstick funktioniert bestens. Einfach eine sympathische Bikerkomödie, die zwar keine Bäume ausreißt, der es aber auch nicht an Charme mangelt.

Details
Ähnliche Filme