Terry Noonan (Sean Penn), einst bekannter Gangster in der New Yorker Bronx, kehrt nach über zehn Jahren in sein Heimatviertel Hells Kitchen zurück. Das er inzwischen ein Undercover Cop ist, weis bis dahin noch niemand. Sein Auftrag ist mit Hilfe seiner Kontakte das organisierte Verbrechen zu beseitigen. Ziel ist es, die Drahtzieher dieses organisierten Verbrechens dingfest zu machen.
Zunächst jedoch, trifft er alte Freunde und Weggefährten, darunter seinen damaligen besten Kumpel Jack Flannery (Gary Oldman), einen ebenso herzlichen wie cholerischen und gewaltbereiten Zeitgenossen, der jederzeit völlig überdreht ist, und dessen hübsche Schwester Kathleen (Robin Wright Penn), die einst seine Freundin war. Es scheint zunächst alles wie damals zu sein, Terry und Jack sind die allerbesten Kumpels und zwischen Terry und Kathleen funkt es wie einst im Mai. Doch es scheint ein schweres Fragezeichen über diese unerwartete Wiedervereinigung zu liegen. Was hat Terry die letzten zehn Jahre gemacht und warum ist er überhaupt gegangen? Eine Frage, die sich insbesondere Jacks Bruder Frankie (Ed Harris) stellt.
Frankie ist inzwischen Boss der überwiegend irischen, mafiaähnlichen Verbindung. Frankie ist ein aalglatter Gangsterboss, der rücksichtslos seinen üblen Machenschaften nachgeht, die sich überwiegen gegen kleinere Geschäftsleute richten. Dagegen zeigt er sich gegenüber dem vermeintlich stärkeren italienischen Gangsterboss Borelli (Joe Viterelli) diplomatisch. Wie weit Frankies „Diplomatie“ reicht kann man an dieser Stelle noch nicht ahnen, er soll aber zu einer der schmierigsten Gestallten Hollywoods werden.
Terry Noonan scheint auf eine völlig neue Art von Verbrechen gestoßen zu sein, Verbrechen, welches ihm in dieser Form bisher eher fremd war. „Alte Regeln“ scheinen nichts mehr zu zählen und so rüstet sich schlussendlich der völlig desillusionierte Terry zum finalen Shoot-Out, gerade rechtzeitig zum irischen Nationalfeiertag St. Patrick´s Day.
State of Grace ist ein großes Gangsterepos, welches jeden Vergleich mit Klassikern des Genres wie Scarface oder Godfather standhält. Die Intensität und Esthetik der Gewaltdarstellung, gerade beim finalen Shoot-Out, sucht ihres Gleichen und ist so fast nur bei Filmen von John Woo anzutreffen.
Das große Staraufgebot hat sich hier gelohnt. Sean Penn glänzt in seiner Rolle als Terry Noonan, den man sein Dilemma, sich zwischen Rechtsstaat und den alten Banden zu entscheiden, jederzeit zu 100 Prozent abkauft und dann sind da die völlig unterschiedlichen Geschwister: Gary Oldman spielt wie gewohnt glaubhaft einen Super-Cholerischen Wahnsinnigen, diesmal den kriminellen Jack Flannery, Robin Wright Penn (lauf Forrest lauf…) ist das vernünftige, zuweilen „eiskalte“ hübsche Ex-Gangstermädchen Kathleen, die sich ihrer Vergangenheit längst entledigt hat und ihren ganzen Ehrgeiz auf ihren Hoteljob zu lenken versucht. Den völlig niederträchtigen und skrupellosen Ed Harris, in seiner Rolle als schmieriger Gangsterboss Frankie, habe ich ja schon zu beschreiben versucht.
Es würde zu weit führen hier auch all die andern Schauspieler zu würdigen, die ausnahmslos alle beispielhafte Leistungen abgeliefert haben.
Was mir bleibt ist auf einen Gangsterfilm allererster Qualität hinzuweisen, der aus welchen Gründen auch immer, nie die Popularität der großen Standardwerke erreichen konnte.