William F. Cody, besser bekannt unter dem Namen Buffalo Bill, ist 1880 der Star des Showbusiness. Zusammen mit seinem Produzenten Nale Salsbury und seinem Neffen Ed Goodman hat Cody die besten Artisten und Darsteller für seine pompöse Wild West Show zusammengetrommelt. Einer der Höhepunkte der Show ist die legendäre Schlacht am Little Big Horn, bei der Cody die historischen Ereignisse kurzerhand in seinem Sinne verändert. Er, der bei diesem Massaker von General Custers Soldaten selbst nicht dabei war, plant als dessen eigentlicher Held und Sieger aufzutreten.
Robert Altman präsentiert in seinem satirischen Abgesang auf den Wilden Westen eine interessante Variante, bei der der berühmte Buffalo Bill ordentlich sein Fett abbekommt. Ende des 19. Jahrhunderts sind die großen Indianerkriege vorbei, von den einst zigtausenden Siuox, die Custer einst die Hosen stramm zogen, sind nur noch 106 in Reservaten übrig, während Buffalo´s Bill mit seiner Wild West Show durch die Lande tingelt und seine Sicht der damaligen Ereignisse mit viel Aufwand nachstellt, aber die Geschichte deutlich zu seinen Gunsten verbiegt.
Wer hier einen klassischen Western erwartet, so mit Cowboys und Indianer wie bei John Wayne, wird enttäuscht werden. Die Ereignisse spielen sich alle innerhalb der zirkusähnlichen Show ab. Altman entkleidet mit Vergnügen seine Heldencharaktere ihrer prahlerischen Schale. Der eigentliche Held ist demgemäß auch Sitting Bull, der neu zu der Westernshow kommt, und durch seine einfache Art die Sympathien auf sich zieht.
Ganz im Gegensatz dazu steht der titelgebende Betreiber der Show, der hemmungslos säuft, sexuelle Vorlieben für opernträllernde Damen hat (wer diese Musik nicht mag, muß hier öfter mal auf stumm schalten) und schwindelt sich hemmungslos zur Westernlegende auf obwohl er nicht mal Sitting Bull auf dem nächstgelegenen Berg aufspüren kann, als dieser mal kurz ausbüchste.
Man kann die Geschichte auch als Parabel für Hollywood generell sehen. Produzenten spielen sich auf und haben keine Ahnung von der Materie gibts in der heutigen Filmindustrie schließlich auch zur genügend. Altman präsentiert seine Komödie im Westerngewand dabei stets mit einem Augenzwinkern und Paul Newman gibt den hochgelobten Westernheld, der in Wahrheit ein viel kleineres Licht ist, mit viel Ausdruck. Manchmal treten allerdings auch schwächere Passagen auf, da hätte man die Laufzeit meiner Meinung nach nicht unbedingt auf über zwei Stunden auswachsen lassen müssen. Dennoch ein Film den man sich alle Jahre wieder mal anschauen kann.
6/10