Angesichts des Rummels um die DVD-Veröffentlichung des Franco-Klassikers fand ich ein Antesten über die TV-Ausstrahlung für ganz hilfreich. Und das bestätigte mal wieder alle Vorurteile über den Spanier, dessen Kultfaktor ich wohl nie begreifen werde. "Der Teufel kam aus Akasawa" ist mal wieder eine Perle der Inkompetenz im Schaffen eines Mannes, den man wohl am besten nie hinter eine Kamera hätte treten lassen dürfen.
Wie dieser Film gedreht wurde, dürfte wohl interessanter sein, als der Film selbst, denn das sich hier präsentierende zusammengestückelte Etwas könnte lustiger kaum sein.
Los geht's mit dem Fund eines geheimnisvollen Minerals in einer Mine in "Akasawa", was wohl irgendwo in Afrika liegen soll. Gedreht hat man das jedoch überdeutlich in einem botanischen Garten mit angrenzender Hotelanlage, deren grüne Relaxzone dann hier den tropischen Dschungel simulieren soll, samt Plantage und Arztstation.
Aber zurück in die Mine, wo man den Finder dank Strahlenanzug schon mal nicht ausmachen kann, es war auf jeden Fall nicht der, der sich später als Finder ausgibt. Das Steinchen sieht aus wie ein Souverniersquarzbrocken aus der Okertaler Quelle und das wars dann wohl auch. Es hat aber die große Ehre, einerseits Gold machen zu können und andererseits böse zu strahlen, was der wackere Finder bald erleiden muß, denn ein Fiesling gibt ihm mittels Gewehr zwischen den Hotelrabatten aka Dschungel den Fangschuß.
Zwar hält hier (wie übrigens mehrfach in diesem Film) nur ein unbescholtener Statist (vermutlich Franco selbst) eine Flinte in die Richtung und der Schuß wurde akustisch drübergelegt, aber egal.
Der liebe Vorgesetzte, Prof Forrester, läßt das Steinchen auch sofort beim Angeschossenen zurück und eilt zu Doc Derrick, bzw. Horst Tappert, der sich in der Pampa einen wegoperiert und schon mal für den Oberinspektor übt, indem er stets mimisch eingefroren mysteriös in die Kamera stiert.
Kurz darauf verschwindet der Prof und dann bricht auch noch einer in London in seine Sachen ein, des Nachts, obwohl draußen die Sonne scheint. Das bringt good old Siegfried Schürenberg auf den Plan, frisch aus Edgar-Wallace-Streifen importiert, den Chef des Secret Service, der seine beste Frau (yummy: Soledad Miranda) erst mal im Puff aufsucht (Alles Tarnung!) und sie dann nach Afrika schickt. Dort trifft sie den schnieken Fred Williams, der sich zwar als Forresters Anverwandter ausgibt, stattdessen aber von Scotland Yard ist.
Der Rest dieses Flickenteppichs gestaltet sich dann als ein munteres gegenseitiges Agentenausschalten, wobei man immer erst eine Viertelstunde später erfährt, wer hier mit oder gegen wen gearbeitet hat und wieso. Letztendlich wollen alle den Stein und neben zwei, drei böswilligen Parteien, sind auch andere Geheimdienste dabei, u.a. der Regisseur selbst als (!!!) Italiener. Die Rache des Steins besteht in akuten Verbrennungen der schuhgecremten Gesichtshautart, der Prof irrt als Halbzombie durch Englands Metropole und als in Afrika nichts mehr zu ermorden ist, wechseln wir wieder ins Königreich zurück, wo dann im Showdown alle Böslinge dran glauben müssen, der Letzte gar per Flugzeugabsturz, zwar eine billige Archivaufnahme, aber immerhin. Jaja, die Gier.
An "Akasawa" stimmt nichts: die Handlung ist ruck- und episodenhaft, unerklärlich und unmotiviert, die Figuren Schablonen, die Schauspierer steif. Die Montage ist kindlich-unfähig, der Schnitt abenteuerlich, die Kamera delieriert zur Wabermusik aus alten Wallace-Tagen vor und wieder zurück. Tappert durfte sich auch noch monoton selbst sychronisieren (oder hat ganz einfach so deutsch gesprochen,weil er kein englisch konnte), Schürenberg will gar nicht passen und Mirandas halbnackte "Ich-setz-mich-auf-der-Bühne-wild-auf-einen-Stuhl"-Einlagen sind zwar knusprig, aber sinnlos. Ansonsten aber drei Finger auf der nach oben offenen Möpseskala für den ganzen Film.
Ergo findet man auf dem Homevideomarkt besser Hergestelltes zuhauf, weswegen nur Franco-Fans und Freunde unglaublicher Kuriositäten, die einstmals doch den Weg in unsere Kinosäle fanden, hier zugreifen sollten. Hol schon mal das Skalpell, Harry! (1/10)