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Krimi – Schund nach Bryan Edgar Wallace’s Novelle "The Corpse Packs His Bags", der vom Trashfilmer Jess Franco wieder einmal totgeritten wurde, so unansehnlich und derart trocken wurde wohl selten ein Film gedreht. Der Streifen ist auch noch nicht mal als Ripoff der Wallace – Werke nützlich, obwohl man sich aus dem Fundus der Ideen ebenso bedient wie aus der Besetzung, genützt hat das jedenfalls alles nicht.
Das sieht man aber auch bereits in der ersten Szene, die mit dem Leierkastenmann und seiner unsäglichen Musik einen der festen Faktoren in dieser „Who done it ?“ Geschichte und auch gleich die Eigenheit des Serienkillers präsentiert: Ein Gast will aus seinem Hotel auschecken, und alles ist schon vorbereitet, der Koffer zum Beispiel ist bereits gepackt, nur anscheinend nicht von den Angestellten. Beim Einstiegen in das Taxi wird er von hinten mit einem Messerwurf getötet, ein „plong“ soll diese Todesart lautmäßig durch den Film begleiten.

Inspector Ruppert Redford [ Fred Williams ] wird an den Tatort gerufen, wo sich auch gleich der Arzt Dr. Blackmoor [ Siegfried Schürenberg ] und der allseits präsente Reporter Andy Pickwick [ Luis Morris ] rumtreiben und verdächtig machen. Der Koffer ist auch verschwunden, dafür hat der Reporter Fotos von der Tat gemacht; es ist aber nur zu erkennen, dass der Täter schwarze Handschuhe trug.
In einer Parallelhandlung wird der renommierte Kriminalschriftsteller James Barton [ Horst Tappert ] eingeführt, der offensichtlich nicht der ist, der er vorzugeben scheint; ein ehemaliger Strafgefangener bricht extra bei ihm ein, um einen Blick in seinen Pass zu werfen und den auftauchenden Barton mit der Tatsache zu konfrontieren. Danach hat man eine Szene mehr im Drehbuch, 75 min sollen auch gefüllt werden.

Wen die Mörderhatz wirklich interessiert, hat eigentlich schon von vornherein verloren; erstens ist der Täter nun wirklich ersichtlich, und zweitens geht es in dem Hauptplot um eine Drogengang, die „Meskadrin“ herstellen und einen ehemaligen FBI – Agenten, der wegen der Gang unschuldig im Gefängnis sass. So ähnlich zumindest, um die Story schert sich der Film nicht so wirklich. Nicht vorhandenes Tempo und kein Hauch an Spannung lassen das nun wirklich kurze Werk nur in Etappen ansehbar, wobei ein zweifelnder Blick auf die Laufzeit den Eindruck der Unendlichkeit widerlegen muss.
Technisch ist der Film genauso arm wie sein Budget: ein 20m² Raum doubelt Scotland Yard, Ed Wood’s patentierte Tag – und Nachtgleiche taucht mindestens einmal auf, offensichtlich verschiedene Schauplätze sind in ein und derselben Szene zu begutachten. Und über alledem hängt ein trüber Weichzeichner, der wohl als Nebel Londons den Film lyrischer zeichnen soll, wobei aber eher der Eindruck entsteht, dass die Linse einige Wochen nicht gereinigt wurde. Das später aufgefundene Drogenlabor wurde mit Wunderkerzen ausgestattet, die scheinbar elektrische Spannung vorgaukeln sollen und der gesprungene Suizid einer Drogensüchtigen wurde selbst für Blinde sichtlich mit einer heruntergeschmissenen Puppe nachgeahmt.

Zu den Darstellern erübrigen sich wenig Worte, Williams macht angesichts des Materials keine so üble Figur, das gleiche gilt für Elisa Montés, die wohl als Karin Dor – Ersatz gecastet wurde. Tappert und Morris sind nicht zu ertragen, wobei der erste hier noch öfters als forscher Mann mit Waffe auftreten soll, was ja nun gänzlich daneben geht.
Die ständig leeren Schauplätze sorgen für eine im besten Falle surreale Stimmung, die Mischung aus Steadycams und verqueren Kameraeinstellungen sorgt zumindest in dem Bereich ganz kurz für Interesse, kann aber nicht verhindern, dass das belichtete Material einfach nur pottenhässlich ist.

Avoid.

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