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Immer mehr stehen Manga-Adaptionen in den deutschen Regalen, wobei das Angebot eher durchwachsen ist. Da gibt es zum Einen absoluten Müll wie „Sukeban Boy" oder herbe Enttäuschungen wie „Devil Man". Mit Dororo aber, hat man es endlich geschafft eine ordentliche Mangaverfilmung auf den Markt zu bringen.

Der Realfilm basiert auf einen Klassiker, den man heutzutage eher von dem Sega-Spiel „Dororo - Blood Will Tell" kennt. Ein Kriegsherr schließt einen Pakt mit den Dämonen um unbesiegbar zu werden und somit alles zu beherrschen, wofür er seinen erstgeborenen Sohn opfert. Dieser kommt dann ohne Organe und Extremitäten auf die Welt und wird schließlich ausgesetzt. Doch wird das Baby von einem Heiler gefunden, der eine besondere Bindung spürt. Durch seine steigenden Vatergefühle und durch seine wissenschaftliche Neugier beschließt er das Baby aufzunehmen, mit Körperteilen toter Kinder zu versehen und aufzuziehen. Ihm wird dann die mentale Kraft des Jungen bewusst, wodurch er sich dann dazu entschließt ihm im Kampf auszubilden und später mit einem dämonentötenden Schwert auszurüsten, damit er sich seine Menschlichkeit zurückholen kann.

Nach dem dann der Heiler stirbt beginnt für den Sohn eine Jagd auf 48 Dämonen. Dabei trifft er eine flippige Diebin, die es anfangs auf das Schwert abgesehen hat. Aber es gibt zwischen Beiden eine besondere Verbindung...

Klar sein muss, „Dororo" ist eine J-Comicverfilmung, die nicht mit dem Einheitsbrei der Marvel-Comics vergleichbar ist. Man sollte sich also nicht auf diverse Kausalitäten beschränken. Auf den ersten Blick ist die Story zwar äußerst skurril, aber auf dem Zweiten einfach grandios. Die kitschfreie Dramatik, Unberechenbarkeit sowie der fesselnde Verlauf sind einfach klasse inszeniert und mit tollen Schauplätzen intensiviert. Nennenswert sind außerdem die Arbeiten der zwei Hauptdarsteller. Ein Blind-Taub-Stummen mit mentalen Fähigkeiten zu spielen dürfte nicht einfach sein und die Diebin Dororo verhält sich bestmöglichst für den unvergleichbaren, charmanten Manga-Humor.  Gerade dieser Humor ist einer der wichtigsten Bestandteile des Films und hat mir persönlich sehr gefallen. Von Beginn an werden nämlich überraschende, sympathische Lacher eingebaut und erfrischen das eigensinnige Filmvergnügen. Die Effekte sind nicht jedermanns Sache. Meist werden hier handgearbeitete Kostüme verwendet und mit CGI-Details aufpoliert. Das ganze ist sehr Stilvoll und sieht auch ganz gut aus, nur dürften sich hierbei die Geister scheiden, vor allem weil die Grafiken einen leichten Zeichentricktouch haben. Vom unkonventionellen Effektstil mal abgesehen ist auch die Action sehr ansehnlich.

Von derartigen Filmen habe ich schon sehr viel Schlechtes gesehen, wodurch ich skeptischer geworden bin. „Dororo" hat mich aber dermaßen überrascht, dass man Ansehen von der japanischen Filmindustrie wieder gestiegen ist. Für Genrefans ein absolutes Highlight und für Aufgeschlossene eine Popcornparty.         

9/10

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