"Don: The Chase Begins Again" – Eine Hommage mit ein paar Stolpersteinen
Achtung: Spoilerwarnung
Farhan Akhtars „Don: The Chase Begins Again“ ist ein glanzvoller Neuanfang des gleichnamigen Klassikers von 1978. Mit Shah Rukh Khan als zentralem Helden und Priyanka Chopra als schlagkräftiger Begleiterin, hat der Film mit seiner modernen Ausrichtung und opulenter Ästhetik sowohl Lob als auch Kritik erfahren. Doch wie hat sich der Film im Vergleich zum Original geschlagen?
Akhtars Remake besticht durch seine beeindruckende Produktionsqualität. Der Film wurde großflächig in Kuala Lumpur und Paris gedreht und nutzt beeindruckende Schauplätze wie die Petronas Towers, um eine internationale Atmosphäre zu erzeugen. Diese Entscheidung verleiht dem Film ein gewisses Maß an Glamour und Exotik, der die modernisierte Erzählweise untermauert.
Die Actionsequenzen, choreografiert von renommierten Experten und unterstützt durch Hollywood-Techniker, sind in der Tat ein Highlight. Die dynamischen Kampf- und Verfolgungsszenen tragen zur Spannung des Films bei und machen ihn zu einem visuell packenden Erlebnis. Auch der Soundtrack von Shankar-Ehsaan-Loy, insbesondere die Neufassung des ikonischen „Khaike Paan Banaraswala“, verleiht dem Film einen rhythmischen und energetischen Puls, der sowohl Kritiker als auch Zuschauer erfreut hat.
Shah Rukh Khan in der Doppelrolle als Don und dessen Doppelgänger Vijay zeigt erneut seine Vielseitigkeit. Seine Darstellung des charmanten Schurken und des unschuldigen Mannes ist packend und gelungen. Priyanka Chopra, die Roma verkörpert, liefert eine starke Leistung ab und bringt eine neue Dimension zu der Rolle, die im Original von Zeenat Aman gespielt wurde. Ihre Chemie mit Khan ist ein großer Pluspunkt des Films.
Jedoch gibt es auch kritische Punkte zu beachten. Das Remake ist in seiner Absicht, einen modernen Touch zu verleihen, nicht immer ganz gelungen. Während der Film einige cleveren Modernisierungen und stilistischen Anpassungen aufweist, wirkt der Plot in seinen unlogischen Wendungen gelegentlich konstruiert. Der finale Twist, in dem Don sich als Vijay entpuppt, mag für einige Zuschauer überraschend sein, für andere wirkt er jedoch als plötzlicher und unglaubwürdiger Bruch in der Erzählung.
Ein weiteres Manko ist die fehlende emotionale Tiefe, die die Figuren trotz der beeindruckenden Darbietungen nicht ganz erreichen können. Während die Action und das visuelle Spektakel glänzen, fehlt dem Film manchmal der emotionale Anker, der die komplexen Beziehungen und Konflikte zwischen den Charakteren wirkungsvoll vermittelt. Dies kann insbesondere bei Zuschauern, die das Original kennen, als Enttäuschung empfunden werden.
Zusammengefasst bietet „Don: The Chase Begins Again“ ein aufregendes und visuell beeindruckendes Kinoerlebnis, das durch seine moderne Inszenierung und stylische Ausführung besticht. Dennoch gibt es Schwächen in der Plotkonstruktion und der emotionalen Tiefe, die verhindern, dass das Remake ganz an die Brillanz des Originals heranreicht. Es bleibt ein bemerkenswerter Beitrag zum modernen Bollywood-Kino, der jedoch nicht ganz frei von Schwächen ist.