Mit Dead Girl liegt ein Episodenfilm der besonderen Art vor.
Wir dürfen in mehreren Abschnitten daran teilhaben, was die Morde eines Serienkillers bei den Hinterbliebenen bzw. sonstigen Beteiligten für seelische Spuren hinterlässt.
Kurze Schrifteinblendungen unterteilen den Film in insgesamt fünf Geschichten, die letztlich alle miteinander zu tun haben. Inhaltliche Überraschungen im Stile von 11:14 darf man leider nicht erwarten.
Da ist zum Beispiel die Schwester eines Opfers, die daran zerbricht, dass Ihre Eltern selbst nach 15 Jahren vergeblicher Polizeisuche an eine Rückkehr ihrer Tochter glauben.
Die wohl skurrilste Episode handelt von der Ehefrau des Killers, die sich über seine nächtlichen Ausflüge wundert und unentwegt an ihm herumnörgelt.
Der Film beginnt mit einer Geschichte zu einem Leichenfund und endet mit einer Episode über ein späteres Opfer, das in der Schlusseinstellung unwissend in das Auto des Killers steigt.
Schauspielerisch bekommt man Höchsleistungen geboten.
Zwar konnte kein A-Liga-Star verpflichtet werden, doch darf man sich an einer Vielzahl von bekannten und vor allem talentierten Darstellern erfreuen (z.B. Toni Colette, Mary Steenburgen), die den Figuren ihr tragisches Leben einhauchen. Mangels anderer Schauwerte (keine Action, keine Verfolgungsjagden) eine weise Entscheidung.
Dead Girl ist alles in allem also eher Drama als Thriller. Das macht den Film aber nicht minder spannend. Er hat zwar einen ruhigen Erzählfluss, kommt in den einzelnen Episoden aber immer sofort auf den Punkt und vergeudet keine Zeit mit unnötigen Einleitungen. Die Dialoge haben zeitweise eine aufwühlende Intensität, die sich auch mit ganz viel blutiger Action nicht erreichen lässt.
Fazit:
Ein Serienkiller-Film aus weiblicher Hand. Viel Gefühl und überhaupt kein Blut, trotzdem packend !
07/10 Punkte