Review

Gesamtbesprechnung

Für Rowan Atkinson war „Mr. Bean" Fluch und Segen zugleich. Ein Segen - weil Atkinson durch diese Paraderolle zu einem vermögenden Mann wurde, ein Fluch aber auch deshalb, weil er es nie richtig schaffte, sich abseits von dieser Figur im Filmgeschäft zu etablieren. Egal, in welche Rolle er auch schlüpfte, man hatte stets Mr. Bean vor Augen. Sogar die mäßig erfolgreiche Serie „Inspektor Fowler" musste mit dem Bean-Etikett versehen werden, im Deutschen hieß das dann: „Mr. Bean ist Inspektor Fowler". Oje, wie grausam!

Was wissen wir eigentlich von Mr. Bean? Er ist der liebenswerte Trottel, der ständig ins Fettnäpfchen tritt. Der immer die selben Klamotten trägt, keiner geregelten Arbeit nachgeht, seinen Mini und seinen Teddy über alles liebt und mit den Frauen klappt's auch nicht so recht, wie die zaghaften Annäherungsversuche einer bebrillten Bekannten zeigen.

Es sind die einfachen Alltagssituationen, an denen Mr. Bean zu verzweifeln scheint. Sicher, durch sein Wirken entwickeln sich daraus die haarsträubendsten Verwicklungen, die ohne ihn gar nicht erst entstehen würden, wenn etwa beim Zahnarzt zur Selbsthilfe gegriffen werden muss, weil derselbige gerade mal mittels Betäubungsspritze außer Gefecht gesetzt wurde. In den meisten Szenen kann man sich jedoch ganz vorzüglich hineinversetzen. Wer kennt nicht die Probleme beim Anschluss eines Fernsehers, wenn man nur eine einfache Zimmerantenne zur Verfügung hat? Oder man in einer Prüfung so gar nicht recht weiter weiß und zu einigen Schummeleien greift?

Atkinsons Stärke ist eindeutig die Kunst der Pantomime. Davon lebt seine Komik, die in bester Tradition des Slapsticks von Chaplin oder auch Laurel + Hardy steht. Einmal darauf fixiert, fällt es mir auch schwer, seine Spielfilme zu mögen, denn das pantomimische Element wird durch die Sprache dermaßen abgeschwächt, dass der Humor überhaupt nicht mehr funktionieren will. Abgesehen davon mag ich Spielfilme wie der „Katastrophenfilm" auch deshalb nicht besonders, weil dort etliche Gags noch mal aufgewärmt werden, aber dass nur am Rande...

Fazit: An Mr. Bean scheiden sich die Geister. In seiner leider nur 14 Episoden langen Serie finde ich ihn grandios, deshalb auch die obige Wertung. Seinem sonstigen Wirken in Spielfilmlänge stehe ich hingegen etwas skeptisch gegenüber.

Details
Ähnliche Filme