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Die Tatsache, dass es überhaupt einen sechsten Teil von „Children of the corn“ gibt, ist an sich schon ein echtes Wunder. Das es deshalb, weil die Kurzgeschichte von King, die die Basis dieser Reihe darstellt, beim besten Willen nicht besonders viel hergibt. Und nachdem sie mit den noch brauchbaren ersten beiden Teilen der Serie zu genüge gemolken worden ist, hätte man mit dem Ende dieser Serie rechnen dürfen.

Aber der Filmmarkt scheint sich nicht an dünnen, abgedroschenen Ideen zu stören und bringt mit „Children of the Corn 666 – Isaac’s Return“ im Prinzip noch einmal das selbe wie immer mit leichten Veränderungen. Allerdings ist dieser sechste Teil nun aber auch wirklich auf dem Tiefpunkt angekommen. Dem geneigten Zuschauer wird nichts anderes als 85 Minuten schäbig produzierter Schrott geboten. Wir müssen miterleben, wie Isaac aus einem 19-jährigen Koma erwacht (toll, trotzdem trägt er Kontaktlinsen) und versucht, durch die Vereinigung einer Kornkindertochter namens Hannah mit seinem erstgeborenen Sohn ein neues Geschlecht von Maiskolbenanbetern ins Rennen zu schicken. Das wird nix, weil sich Isaac schon nicht so richtig im Klaren ist, wer überhaupt sein Erstgeborener ist. Das spricht für lockere Umgangsformen innerhalb der Sekte und gegen Einfallsreichtum der Autoren.

Der gesamte Film ist einfältig abgekurbelt und strotzt vor Logikbrüchen. Die Schauspieler sind zum Teil erschreckend schwach (John Franklin als Isaac ist ein Witz) und die Regiearbeit peinlich. Der Soundtrack zerrt mächtig an den Nerven, da er versucht, Spannung zu erzeugen, wo keine ist. Nur ein paar tote Vögel auf den Boden zu werfen macht keinen Horrorfilm aus. Was den Film dann endgültig zur Qual macht ist der Versuch, die Kinder einem modernen, jugendlichen Publikum schmackhaft zu machen. So treffen wir weniger auf die zu Beginn der Serie schwer einzuschätzende Gefahr „harmloser“ Kinder, sondern auf hippe Kids, die schon mitten im Leben stehen, stereotyp aussehen und nur cool sind. Tragisch!

Noch tragischer ist das Wiedersehen mit Stacy Keach. Auch wenn er nie zu den wirklich guten Schauspielern gehört hat, ist es ein Jammer zu sehen, wie er (immer noch passabel spielend) das Zugpferd für einen derartig schlechten Film abgeben muss. Es muss grausam sein, sich sein Geld mit solch einem Schrott verdienen zu müssen. Zum Glück muss Keach nicht bis zum Ende dabeibleiben, sondern darf recht zeitig sterben. Dass dabei die Physik nicht zwingend zur Geltung kommt sei nur am Rande erwähnt.

Aus meiner Sicht kann die Empfehlung für diesen Film nur „Finger weg!“ sein. Auch wenn er noch so billig auf dem Wühltisch rumliegt ist jeder Preis, auch wenn er noch so billig erscheint, definitiv zu viel. Er hat nur einen Punkt verdient. Doch aus Mitleid mit Keach gibt es noch einen Punkt drauf.

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