Review

Happy End erzählt die Geschichte einer Ehe, die zu lang geführt, in einer Katastrophe endet. Ki Min-Seo ( gespielt von Choi Min-Sik ) und Bora Choi ( gespielt von Jeon Do-Yeon ) führen eine scheinbar normale und glückliche Ehe. Sie haben eine gemeinsame Tochter und leben in einem schönen Appartement. Nachdem er seinen Job verloren hat, muss Bora allein für den Unterhalt sorgen, sie arbeitet als Direktorin in einer Sprachschule und verdient ausreichend Geld. Spannungen sind vorprogrammiert, die Geschlechterrollen werden getauscht und der Mann soll sich um die Tochter und den Haushalt kümmern.
Da er allerdings lieber Soap Operas und Liebesromane liest, sich daneben auch im Tagesverlauf gehen lässt, kommt es zu gewaltigen Spannungen zwischen beiden. Die völlig entfremdeten Ehepartner gehen getrennte Wege und haben sich nur noch wenig zu sagen. Bora Choi trifft in dieser Situation auf ihre alte Jugendliebe und eine stürmische Affäre beginnt. Während ihr Mann sich an Tochter und Ehe klammert und auch mit wenig zufrieden scheint, kostet Bora Choi den leidenschaftlichen Sex mit ihrem Liebhaber wann immer möglich aus.
Da allerdings ihr Liebhaber im Gegensatz zu ihr deutlich mehr will als nur eine Affäre, unglücklicherweise ihr Mann auch dahinter kommt, steuert die ganze Geschichte auf eine Katastrophe zu.
Die Spannung zwischen den beiden entlädt sich in einem brutalen teuflischen Plan des Ehemannes.

Happy End ist ein richtig guter Film, vermeintlich leise und unspektakulär wird durch zwei grandiose Hauptdarsteller eine bittere und traurige Geschichte erzählt. Nie wird verurteilt oder nach der Schuld gefragt bzw. gesucht. Es regieren die Instinkte des Menschen, der Sex ist leidenschaftlich und gierig, die Gefühle sind stark und schmerzhaft, die Rache ist brutal und unbarmherzig. Ein Film der zeigt wie schwer es manchmal sein kann vernünftig zu sein. Wenn Bora Choi für ihre Liebschaft sogar ihre Tochter beginnt zu vernachlässigen, wird der sanfte und friedfertige Ehemann zur reissenden Bestie.
Das Ende hat mich sehr betroffen gemacht, deswegen und auch wegen einer Schwäche im Drehbuch ( Alibis werden nicht nur erfragt sondern sollten auch nachgeprüft werden... und dann ist der perfekte Plan nämlich gescheitert ) gibt es nur 9 Punkte.

Dennoch die beiden Hauptdarsteller sind grandios, die Regiearbeit nicht auf Effekthascherei aus und die Musik bisweilen zynisch. Auch die wirklich glaubwürdig leidenschaftlichen Sexszenen passen in die Story und wirken für mich nicht aufgesetzt.
Ich wünsche allen Ehepaaren, die meinen mit Problemen zu kämpfen, diesen Film am Abend. Danach sollten die Probleme kleiner und kleiner geworden sein und die Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten sollte gewachsen sein. Ein Happy End sieht nun wirklich anders aus.

Details
Ähnliche Filme