Review

„Blood Waves“ ist einer jener Filme, die man schnell vergisst, weil einfach nichts Außergewöhnliches geboten wird. Schlimmer noch: Die Bedrohung geht hier von zombieähnlichen Kreaturen aus, doch bevor die auch nur einmal ordentlich zuschlagen, ist der Streifen bereits zu Ende, der Rest geht mit dem Dilettantismus des Regisseurs sprichwörtlich baden.

Wieder einmal haben wir es mit fünf Teens zu tun, die in Feierlaune einen verborgenen mexikanischen Strand aufsuchen, um zu feiern und zu surfen. Wird aber kaum etwas draus, denn Untote fallen über die jungen Leute her und dezimieren die Gruppe nach und nach.

Wahrscheinlich gehört es mittlerweile zum schlechten Ton, eine Gruppe von Teens über die Hälfte der Laufzeit bei Nichtigkeiten und doofen Dialogen zu zeigen, ohne auch nur einen Hauch Charakterisierung beizumengen.
Da haben wir also einen typischen Surfer, hellblond, durchtrainiert und frei von sexuellen Gelüsten. Sein Pendant ist eine Dame, die sich am Strand nur der nötigsten Kleidung entledigt. Das krasse Gegenteil ist ihre Freundin, die nur ans Dönern und feiern denkt. Dazu gibt es einen saublöden Punk, der ebenfalls nur an Sex denkt und für alle Fälle stets einen Camcorder mitführt und einen halben Mexikaner, der sich zumindest mit den Einheimischen verständigen kann.
Diese Truppe verbringt die kostbare Laufzeit zunächst überwiegend mit Filmen, Gitarre spielen, baden, eincremen und surfen. Langeweile pur.

Einzig der durchgeknallte Freak, den sie während ihrer Reise auf einem schmierigen Rastplatz treffen, gibt kurz zu denken, weil er an einem lebenden Huhn knabbert. Warum und weshalb bleibt im Verborgenen, er taucht nicht wieder auf.
Stattdessen tauchen im Verlauf Untote auf, die sich äußerlich kaum von den Lebenden unterscheiden, bis auf diverse Wunden im Gesicht und einem etwas helleren Teint. Sie bewegen sich aber genauso schnell wie ihre potentiellen Opfer und haben in diesem Strandgebiet schon zahlreiche Leute entsorgt. Grund hierfür ist der Fluch von El Gringo, der vor 30 Jahren eine Sekte an diesen Strand führte, aber nur Unglück über seine Mitglieder brachte.

Nur leider schlagen die Untoten eben nicht so zu, wie man das gerne sehen würde. Denn sobald ein wenig Tempo aufkommt, werden einem nur noch Wackelbilder von der Handkamera vorgesetzt, zudem ist es die meiste Zeit über ziemlich dunkel, so dass man während ihrer Angriffe vor lauter Hektik rein gar nichts erkennen kann. Etwaige Effekte bleiben insofern aus, lediglich eine Szene mit Augenlider abschneiden wird vage angedeutet.

Dabei wird der Streifen eigentlich erst mit den Angriffen der Zombies schwächer (auch wenn dadurch das Gegenteil eintreten sollte). Denn bis dato ahnt man nur, dass etwas ziemlich Böses im Gebiet unterwegs ist. Der Strand ist menschenleer, etwas fernab finden sich heruntergekommene Ruinen einer ehemaligen Unterkunft und unter einem Felsvorsprung entdeckt der Camcorder Typ zahlreiche menschliche Skelette.
Tatsächlich entsteht zu dieser Zeit eine leicht beklemmende Atmosphäre, die leider nicht lange Aufrecht erhalten werden kann.

Dafür handeln die Figuren viel zu unlogisch und fernab von zwischenmenschlichen Absprachen. Da fahren zwei mit dem Motorrad ins nahe gelegene Dorf, während die anderen verweilen. Etwas später entscheiden sich die Leute am Strand, doch zu verschwinden und benutzen dafür ein Auto, - warum hauen nicht gleich alle gemeinsam ab?
So setzt man unter lebensbedrohlichen Umständen immer wieder falsche Prioritäten, von Liebe machen während einer Verbarrikadierung, bishin zur Wahl des falschen Fluchtfahrzeugs.

Spannend gestaltet sich das äußerst selten, zumal das Heldenpaar mit Antritt der Reise bereits feststeht. Die Konfrontationen zwischen Gut und Böse entbehren jeglicher Dramaturgie und ebenso einfallslos wie abrupt, endet auch die finale Auseinandersetzung mit den blutrünstigen Kreaturen.
Als minimaler Schauwert punkten da allenfalls noch die entblößten Kissen der Darstellerin Joleigh Pulsonetti, die vom Package her ein wenig an Shakira erinnert.

Definitiv aber von allem zu wenig, um auch nur in Ansätzen einen nachhaltigen Effekt zu erzielen.
Zwar punktet zwischenzeitlich die morbide Strandatmosphäre, doch die auftretenden Zombies gehören sicher zu den harmlosesten, die man in den letzten Jahren in einem Horrorfilm erleben durfte.
3 von 10

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