Review

Das sind so die Momente, wo man "Blair Witch Project" dann doch verflucht, weil er die Mockumentary mit der Wackelhandkamera für den billigen Horrorfilm erschlossen oder zumindest zum Erfolg gemacht hat und in der Folge solche Nachgeburten durchs Haus geistern.
Also einmal Cheapo von einem Mr. Ian McCrudden, der noch nie einen Horrorfilm gedreht hat und es künftig auch lassen sollte.
Wir brauchen dazu: Sonne, Sand und Meer, einen abgeschiedenen Strandteil in Mexico, diverse mexikanische Klischees (finstere Gestalten, dunkelhäutige Jungs, die Blondinen anmachen, billige Kneipen und jede Menge subversiver Dreck) und einen Fluch Marke Charles Manson, der seine Anhänger in blutgierige Dünensabbler verwandelt hat.

Also gehen erstmal ein paar junge Camper im Off oder im Gewackel ex, dann machen sich die nächsten fünf auf die Strümpfe, um es am Strand mal krachen zu lassen: zwei Hühner, davon eine mit dem Schriftzug "Final Girl", die andere mit dicken Möpsen; ein Punk-Gruftie-Witzbold-Somewhat mit der Kamera und zwei kantige Kerls.
Die labern also erstmal Kokolores, gehen futtern, tanken, fahren durch die Gegend, sabbeln noch mehr Schotter und laufen nachts beim Pullern auf einem eklen Schrottplatz in einen Fuzzi, der Hühnern den Kopf abbeißt. Am besten mit Stoptaste genießen, sonst verpaßt man auch schon den einzigen Goreeffekt des Films (0,8 sek.).
Am Strand gibts dann atmosphärische fünf Minuten, weil alles so schön verlassen, heruntergekommen und verfallen aussieht wie im besten Öko-Thriller, dann finden sich auch schon massenhaft abgenagte Skelette in der Sandgrube. Derweil geht man baden, surfen und Bimbo zieht für alle entspannten Bong-Genießer mal blank.

Anschließend verwackelts den Kameramann und später entdeckt man einige Zelte (die vom Beginn), in denen die Anverwandten fröhlich vor sich hin faulen (no details!). Von nun an dürfen sich alle benehmen wie die letzten Deppen, um auch nur nicht von da wegzukommen, denn in der Nacht kommt der böse Watz aka die sieben sabbernden Sektenhunde, die zähnefletschend jeden zerreißen, der nicht schnell genug auf seiner Mofa sitzt. Derweil holt eins der Pärchen an einer entfernten Imbissbude (gefühlte Wegzeit: 10 Filmminuten) die Backgroundstory ab, für die man allerdings Spanischkenntnisse oder Untertitel bräuchte, denn so nett, den Käse zu übersetzen, ist der Rezipient nicht.
Den weiteren laschen Käse erspare ich mir der Einfachheit halber, muß aber die obligate Fickszene in einer nach allen Seiten offenen Ruine, vor der man einige Sabberlutze erwarten darf, unbedingt noch erwähnen.

Wenn die Sole wenigstens noch mit Splatter angereichert wäre, könnte man was retten, aber der Film war einfach billig, simpel, größtmöglich doof inszeniert und absolut blutleer, aber manche graust es ja zum Glück vor allem, sogar vor nächtlichen Dünen, die übrigens so mies ausgeleuchtet sind (nämlich dogmatisch gar nicht), das man den halben Film eh nicht ausmachen kann, was vorgeht.
Den Realismustouch der Handkamera hat bis dahin schon das geistesarme Gesabbel abgetötet.
Wer also schon mal Brüste gesehen hat, Surfen wie ich selbst für scheißöde hält und in einem arschdunklen Horrorfilm auf Gedärmegeschmeiß angewiesen ist, um wach zu bleiben, meide bitte diese DVD. (1/10)

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