Review

Sicherlich werden die meisten Interessenten an diesem Film Terry Pratchett-Fans sein und daher ist es wohl, als würde ich Eulen nach Athen tragen, wenn ich noch etwas über die Geschichte dieses Films verliere, doch für diejenigen, die noch nie einen Scheibenwelt-Roman in allgemeinen oder die Buchvorlage zu diesem Film im besonderen gelesen haben, tue ich es trotzdem.

Ist es möglich, jemanden zu töten, der eigentlich nicht mehr ist als Teil eines Volksglaubens? Die Assassinen-Gilde der Zwillingsstadt Ankh-Morpork, der riesigsten Metropole auf der ganzen Scheibenwelt, bekommt von einem der geheimnisvollen, unwirklich scheinenden "Revisoren" genau diesen Auftrag.
Der "Hogfather", das Äuquivalent zum irdischen Weihnachtsmann, soll ermordet werden. Teatime, ein ebenso ehrgeiziger wie psychotischer Auftragsmörder übernimmt diese Aufgabe mit Freuden. Sein Plan scheint aufzugehen: Der Hogfather verschwindet scheinbar spurlos. Sollte der Glaube an den fröhlichen Dicken jedoch aus den Herzen der Menschen verschwinden, so besteht die Gefahr, dass die Sonne nicht wieder aufgehen wird.
Jemand muss sich der Verteilung der Geschenke annehmen. Tod und sein Diener Albert tun, ausgestattet mit einem Schlitten, vielen Säcken voller Geschenke und einem morbiden "HO HO HO" ihr Möglichstes, um die Scheibenwelt mit Glauben zu erfüllen.
Susan, Tods Enkelin, weigert sich ebenfalls, tatenlos mit anzusehen, wie die Scheibenwelt ihrem Untergang entgegensteuert. Unterstützt von den Magiern der Unsichtbaren Universität und dem "God of Hangovers", begibt sie sich zum Schloss der Zahnfee, in dem Teatime gemeinsam mit seinen Schergen die vielen Zähne der Kinder benutzt, um mittels Magie den Glauben aus ihren Herzen zu nehmen.

Erst einmal für alle Pratchett-Fans: Sicherlich ist jedem klar, dass man einen Scheibenwelt-Roman nicht 1:1 verfilmen kann. Einige kleine Szenen mussten weichen, um den Rahmen dieses Fernseh-Zweiteilers nicht zu sprengen. Dennoch ist dieses Machwerk ein kleines Stück lebendige Scheibenwelt. Man fühlt sich von der ersten Minute an mit allen liebgewonnenen Figuren vertraut. Es wurde sich so eng wie irgend möglich ans Buch gehalten, was mich persönlich sehr gefreut hat.
Für alle, die die Vorlage nicht kennen, lohnt sich dieser Film ebenfalls. Es handelt sich um eine philosophische, spannend erzählte Weihnachtsgeschichte, um Glaube, Träume und den Geist der Weihnacht, die zu keiner Minute in kunterbuntem Kitsch ersäuft.
Für Erwachsene und ältere Kinder ein wundervoller Fantasy-Film, für Fans ein Must-See. Sicherlich gewinnen die Effekte keinen Schönheits-Preis, aber man darf hierbei auch nicht vergessen, dass es sich hierbei nicht um einen Popcorn-Blockbuster à la "Lord of the Rings" handelt. Ein Film, bei dem man sich einfach nur wohlfühlt und der die Botschaft des Buches auf eine wundervolle Art und Weise zu vermitteln versteht.

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