Diana Guzman, taffes Mädel aus Red Hook in New York, die sich schon mal in der Schule prügelt, entdeckt das Boxen für sich. Sie schafft es, Boxtrainer Hector zu überzeugen, sie zu trainieren. Das Geld dafür klaut sie ihrem nichtsnutzigen Vater. Im Ring lernt sie ihre Gefühle zu kontrollieren, wird zu einer guten Kämpferin, und es entspannt sich eine zarte Romanze zwischen ihr und einem Boxkollegen.
Girlfight ist der erste Filmauftritt, den Michelle Rodriguez im zarten Alter von 22 Jahren aufs Parkett legte. Der Film ist allerdings kein Boxfilm a la Rocky, will er auch gar nicht sein, sondern eher eine Milieustudie eines wütenden jungen Mädchens, das keine vernünftige Perspektive auf die Zukunft hat und ihren Frust durch gewalttätige Ausbrüche versucht zu kompensieren. Familiäre Probleme kommen noch hinzu, Mutter tot, alleinerziehender Vater ist ein Ignorant der seinen Sohn bevorzugt und Diana links liegen läßt.
Um die Wut in vernünftige Bahnen zu kanalisieren entschließt sie sich , an einer Boxschule zu trainieren. Schnell zeigt sich das sportliche Talent, aber so eine Schule will auch bezahlt werden. Leider entscheidet sich der Film hier auch noch eine zusätzliche Love Story mit einem anderen Schüler einzubauen. Ohne diesen Kommerz Subplot wäre Girlfight aber wesentlich besser gefahren, denn die Figuren sind auch so interessant genug, aber leider müssen sich ja in jedem Film irgendwelche Leute ineinander verknallen. Das hat hier zwar auch Auswirkungen auf die Handlung wenn Diana im Finale des Amateurturniers natürlich auf eben jenen Gspusi trifft und ein wenig ins moralische Dilemma gerät, aber das hätte man auch ohne großen Aufwand anders präsentieren können, ohne dabei den Drama-Hauptstrang zu verändern.
Wer jetzt muntere Catfights am laufenden Band erwartet wird aber enttäuscht werden, auch wenn der Titel dies suggeriert. Richtige Kämpfe gibt es erst im letzten Drittel und diese sind auch alles andere als brutal oder technisch ausgereift. Es geht viel mehr um die Person Diana als um den reinen Sport. Michelle Rodriguez verkörpert diese Rolle mit ihrem patentierten Schmollmund Gesichtsausdruck und trotzköpfig, wie man sie aus eigentlich alle Filmen kennt, ich frage mich langsam ob ihr mimisches Talent ausschließlich hierauf beschränkt ist und außer in Control, sieht sie immer haargenau wie hier aus. Ansonsten sind die Darsteller ganz ok, ohne jetzt aber in Oscarverdächrige Spähren zu spielen.
Wirklich überzeugen kann Girlfight aber nicht, der melancholisch menschliche Part ist interessant, wird aber nicht konsequent verfolgt, da gerade der familiäre Part zunehmend in den Hintergrund gedrängt wird, die Boxszenen sind sehr unspektakulär und die Love Story soll wohl sowas wie ein kommerzieller Köder fürd Massenpublikum sein. Mehr als die Note ganz nett bleibt da nicht übrig.
6/10