Review

Überraschungserfolgen klatscht man gerne eine Fortsetzung hinterher, das musste man bereits häufiger mit Bedauern feststellen. Aber, war „Todes-Date“ tatsächlich ein überdurchschnittlicher Beitrag mit Potential für mehr? Sicherlich nicht, denn mit diesem Film wurde bereits „Species“ kopiert und das auch nur leidlich unterhaltsam. Doch aus unerfindlichen Gründen schickt man nun Teil Zwei hinterher, - es könnte ja beim ein oder anderen Deppen Interesse erwecken, zugegeben, die Grundidee gefällt mir nach wie vor.

Demnach gibt es auf der Erde immer noch ein paar Aliens, die in Gestalt wasserstoffblonder Girlies reihenweise junge Studenten zum Liebesspiel anlocken, um sich fortzupflanzen.
Dazu benötigen sie jedoch eine ziemliche Eiseskälte und reagieren entsprechend abweisend auf Hitze. Uni-Fachkraft Luke, der ihr tödliches Vorgehen vor einigen Jahren als Einziger überlebte, versucht seine Umgebung zu warnen, doch zunächst will ihm niemand Glauben schenken.

Es ist das alte Spiel in aufgewärmter Form, der Ablauf des Originals wird lediglich leicht verändert, neue Ideen finden sich kaum und die alten Fehler werden erneut begangen.
Vier Studenten führen eine Rangliste im Mädchen klarmachen, das wird jeweils mit Handy gefilmt und so wiederholen sich sämtliche Szenen im Verlauf mehrfach: Blondine stöhnt einem unbedarften, aber ständig notgeilen Studenten entgegen, als würde ein Vorpubertärer einen Dauerständer mit sich herumtragen. Das Girlie verwandelt sich nach Augenkontakt in die Phantasievorstellung des Sexuellen (von der Domina über Lehrerin bis zur Catsuit-Maus) und wenn die Reibungen intensiver werden, schnellen die Sexualtentakeln der Girlies hervor, teilweise sieht man auch ihre wahre Aliengestalt.

Ferner gibt es noch den Helden aus Teil eins und einen neuen, der auch nur deshalb einer ist, weil er eine beste Freundin hat und nicht, wie alle anderen, ausschließlich ans Pimpern denkt.
Bei der Klischeemoral könnte man fast von einer sozialkritischen Botschaft ausgehen, denn ein wenig Keuschheit verhalf Teenagern in Filmen dieser Art eigentlich immer zu einem längeren Leben. Also denkt nicht immer nur an die schnelle Nummer, ihr unersättlichen Jungspunde!

Irgendwann geht einem das einseitige Anmach - und Klarmach Geseier der angeblichen Studenten gehörig auf den Zeiger, da freut man sich direkt, neben den untalentierten Typen, einen wie Tobin Bell zu entdecken, der hier in der Rolle eines Professors jedoch völlig unterfordert ist.
Mal gut, dass ein paar flotte Klänge das langweilige Zwischengeschehen untermalen und dem traumatisierten Helden ein paar Sitzungen bei der hübschen Psychologin Dina Meyer gestattet werden.

Da wartet man ja doch eher auf Spezialeffekte und ein paar Opfer, die auf spektakuläre Weise im Schnee enden. Bleibt aber lange aus, einige Typen sind erst nach ihrem Ableben zu sehen, anderen gelingt wiederum die vorzeitige Flucht, da die Studenten generell zwar dumm sind, aber irgendwann doch feststellen, dass mit den Blondinen irgendetwas nicht stimmt (spätestens mit dem veränderten Style innerhalb einer Sekunde dürfte man wohl misstrauisch werden).

Später kommen dann doch die Tentakel zum Einsatz und ein paar Monstermaskeneffekte sind – vor allem Gegen Ende – zu bewundern. Hier muss man jedoch mit zweierlei Maß messen, da die Latexkonstruktionen in Ordnung sind und Oberalien Constance gegen Showdown recht ansehnlich gestaltet wurde. Weniger dolle sind demgegenüber die wuseligen Schlangenarme aus dem Computer, die wie Fremdkörper an den Damen wirken und insgesamt schwach in das Geschehen eingebunden wurden.
Blut fließt im Verlauf fast gar nicht, lediglich ein paar Kälteopfer sind zu beklagen, - ja gut, wer im Schnee bei eisigen Minustemperaturen dönern will, sollte nicht voreilig blank ziehen, aber die Studenten sind, wie gesagt, alle etwas doof.

Gegen Ende, man mag es sich bereits ausmalen, steigt das Tempo merklich an, die Effekte steigen zumindest quantitativ und inhaltlich geht eine Gruppe von sechs Leuten mit selbstgebastelten Flammenwerfern auf Vernichtungstour. Man mag es kaum glauben, aber ein dritter Teil wird kurz vor Abspann bereits in Aussicht gestellt.

Muss aber wirklich nicht sein, denn bereits dieser Fortsetzung fehlt es die meiste Zeit an Drive, so dass der Funke lange Zeit einfach nicht überspringen will. Ein wenig gehaltlos sexelt man durch die Gegend, feiert Partys, klopft hohle Sprüche und das ist leider selten spannend und nur ab und zu erheiternd.

Wer das Original gesehen hat, kennt bereits Teil zwei und kann sich diesen entsprechend schenken. Es sei denn, man findet riesigen Gefallen an den Tentakelgierlies oder sucht etwas Flockiges, das man so nebenher konsumieren kann, weil’s eben auch nicht wirklich weh tut.
4 von 10

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