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Hey, Mr.Truck Driver....

Machen wir also mal einen kleinen Road Trip durch die Weiten Amerikas – die sind lang und da gehen seltsame Dinge vor. Zum Beispiel sitzen im Führerhaus da mitunter auch schon mal wahre Psychopathen, die sich nur so lange unter Kontrolle haben, wie geistesschwache Alberköpfe mit CB-Funk sich keinen Spaß mit ihnen erlauben.

Killer in großen Lastwagen gabs natürlich schon öfters, vom legendären „Duell“ Spielbergs bis zu Stacy Keachs Höllentrip „Truck Driver“. Hier reduziert sich die Thrillerspannung durch die Anwesenheit eines Twenty-Something-Trios, das dann die Folgen seiner Witzchen zu tragen hat, weil der gute Fahrer nachtragend ist.

Hier wird nicht der amerikanische Everyman mit der Animalität der großen Weite konfrontiert, leider reduziert sich hier alles auf die solide B-Action breit angelegter Spannungsszenen. Unser Trio ist zwar nicht sonderlich unsympathisch, aber es gehört schon etwas dazu, Paul Walker mehr als gutaussehend zu finden, sich über Steve Zahn nicht angenervt zu fühlen und Leelee Sobieski für mehr als ein sexy Mittel zum Zweck zu halten.

„Joyride“ ist kurzweilig, schnell und ziemlich hart, wobei letzteres Attribut nicht im Sinne von blutig gemeint ist. Regisseur John Dahl bietet einige brauchbare Spannungsszenen, etwa wenn ein Truck einen anderen durchbohrt, die Jungs zu bösen Spielchen gezwungen werden, alle durch ein Maisfeld bei Nacht gehetzt werden oder am Ende von einer Schrotflinte und einer Türöffnung eine Menge abhängt.

In diesen Momenten funktioniert der Film sehr gut und es wäre zu wünschen gewesen, man hätte den Hauptfiguren mehr Tiefe verliehen, als in einer durchschnittlichen Soap-Folge, sprich hätte man das alles nicht nur auf Teenager zugeschnitten.

Der Showdown zieht zwar die Spannungskurve erheblich nach oben, begeht dann aber den Kardinalfehler, zu offensichtlich auf eine Fortsetzung zu schielen, zu der es dann doch nicht kam. Aber vielleicht liegt das daran, daß man sich von dem unsichtbaren und scheinbar fast monsterhaften Gegner nie ein richtiges psychologisches Profil anfertigen kann.

Insgesamt solide Action- und Thrillerware, kompetent gemacht und leicht zu schlucken, aber es fehlt dann doch der Hauch wahrer Größe, der aus solchen Ausweglosigkeiten wahrhaft beklemmenden Filme macht. (6,5/10)

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