Einen in seinem Stil ziemlich konventionellen, aber dennoch überraschend guten Film lieferte Regisseur John Dahl hier ab. Elemente des Teenie-Horrors, sowie vermehrtes Schielen auf ähnliche Werke wie "Hitcher" oder "Breakdown" lassen sich zwar nicht leugnen, doch wenn das Ergebnis eine hohe Spannungskurve beinhaltet, muss man ja nicht ganz so hart ins Gericht gehen.
Das Prinzip von "Joyride" ist keinesfalls neu: Ein Brüderpaar will sich über CB-Funk einen Spaß erlauben und legt sich ausgerechnet mit "Rostiger Nagel", einem psychopathisch-veranlagtem Trucker an. Absolut klassisch werden sie nun von ihm terrorisiert, anfangs beschränkt sich dies jedoch nur auf die psychische Ebene. Erstaunlicherweise kann der Streifen dabei wirklich eine bedrückende, suggestive Wirkung entfalten. Die Dialoge zwischen den Brüdern und "Rostiger Nagel" sind durchgehend von superber Intensität. Des weiteren gehören die Szenen, in denen der mysteriöse Trucker ihnen bedrohlich nahe kommt, ebenso zu den Höhepunkten des Filmes.
Am Ende hätte man sich vielleicht doch noch etwas mehr Konsequenz des Psychopathen gewünscht. Genauso hätte der ganze Schluss noch viel perfider ausfallen können. Wo "Joyride" sich nicht traut, bleibt "Hitcher" beispielsweise konsequent und böse. Die Pointe ist dann zwar nett angedacht, aber aufgrund der Erfahrungen, die man im Genre macht, keine Überraschung mehr. Positiv festhalten sollte man allerdings noch die Geräuschkulisse, die doch sehr zur überzeugenden Wirkung beiträgt, sowie die Darbietungen von Steve Zahn und Paul Walker; jedoch gemessen am allgemein eher niedrigen Niveau des Teenie-Horrors. Leelee Sobieski agiert da schon deutlich unauffälliger.
"Joyride - Spritztour" ist ein überaus gelungener und spannender Psychothriller auf Mainstreamniveau. Die Nutzung der weiten, staubigen Einöde als vereinsamende Kulisse hätte vielleicht noch etwas ausgereizt werden können; zudem wäre etwas mehr Bösartigkeit und Gemeinheit im Hinblick auf das Ende ebenfalls wünschenswert gewesen. (Noch 8/10 Punkten)