Afro Samurai - Fuminori Kizaki
Basierend auf Takashi Okazakis Doujin
Und so verließen immer mehr Leute die große Halle auf der Animagic, völlig verdutzt über die Gewaltorgie die sie da zu sehen bekamen. Ja, das ist Afro Samurai nun mal, Takashi Okazakis düstere Hommage. Eine der vielleicht ungewöhnlichsten Anime Projekte überhaubt.
Ein farbiger Samurai auf seinem Rachefeldzug an den Mörder seines Vaters, gejagt von abtrünnigen Samurais des ganzen Landes die nur die mächtigen Bandanas der zwei mächtigsten Kämpfer an sich reißen wollen. Das wäre dann die ehemalige Nummer 2 Justice die sich nun das Bandana der ehemaligen Nummer 1, Afros Vater Rokutaro ergattert hat, und Afro die Nummer 2 der Justice zur Strecke bringen will. Es findet ein erbarmungsloser Kampf um die Nummer 1 statt.
Nur durch Zufall kam die Prominente Unterstützung wie zum Beispiel Samuel L. Jackson und Ron Perlman hinzu, ein echter Glückstreffer für Okazaki Sensei der sich mit dem großen Budget richtig austoben konnte. Das Studio Gonzo übernahm die Produktion, und mit ungefähr 5 Millionen Dollar Produktionskosten war die 5 Teilige OVA mit knapp 120 Minuten Laufzeit auch nicht so ganz billig. Immerhin hat es die düstere Revenge Opera aber zu einem der meist verkauften Anime 2007 der USA geschafft.
Auch wenn die Story nun echt nichts neues ist, so ist die Umsetzung einzigartig. Neben den genialen Animationen gibt es wirklich in jeder Szene neue skurile Ideen als ob Tarantino persönlich das Drehbuch geschrieben hätte, auch wenn ich diesen Vergleich nun wirklich ungerne aufstelle. Egal also wie unkreativ man die Geschichte bezeichnet, so ist das Gesamtwerk einfach einzigartig.
Ebenfalls ungewöhnlich für einen Anime ist der Hip Hop Soundtrack den hier wie bei Kill Bill The RZA spendiert. Ich finde zwar das der Hip Hop an sich nicht mehr wirklich erwähnenswert ist als Musikrichtung, jedoch ist der Afro Samurai Soundtrack wirklich Hammermäßig, hier hat man ganze Arbeit geleistet. Das letzte mal durfte man ja in Samurai Champloo Hip Hop Soundtrack hören, der ebenfalls nicht schlecht war.
Die Gewalt in Afro Samurai gehört natürlich zum Stil dazu, gäbe es keine Gewalt in Afro Samurai so muss ich nun ganz ehrlich sagen hätte der Film überhaubt keinen Sinn. Afro Samurai ist ziemlich brutal, daher wundert mich auch die deutsche FSK 16 Freigabe. Wer also etwas gegen abgetrennte durch die Gegend fliegende Körperteile oder aufgeschlitzte Kehlen hat sollte diesen Anime meiden.
Auf der Animagic wo ich Okasaki Sensei mehrere male getroffen habe wurde am späten Abend wie schon erwähnt auch noch Afro Samurai gezeigt, die Fassung die gezeigt wurde war der Directors Cut. Allerdings muss ich sagen das mir diese Fassung neben der TV Fassung und der Extended Fassung am wenigsten gefallen hat. So wurden zwar alle Episoden nun zu einem kompletten Film zusammengeschnitten, es fehlt aber auch eine sehr amüsante und recht splattrige Kampfszene die nur kurz in einem Rückblick erwähnt wird. Auf der deutschen DVD befindet sich übrigens die TV Fassung, die Extended Version zeigt noch einige mehrere Handlungszenen die etwas genauer auf die Charaktere eingeht was nicht schlecht ist, der Film aber so, und das besonders im Directors Cut aber an Tempo verliert. Der Directors Cut wird auch in Deutschland erscheinen, es sollte also jeder selber wissen für welche Fassung er sich dann entscheiden wird.
Fazit:
Für mich ist Afro Samurai schon jetzt Kult. Eine Serie die mir ziemlich viel Spaß gemacht hat und man sich immer wieder ansehen kann. Vielleicht nicht jedem sein Geschmack, aber Anime Fans die es gerne etwas brutaler mögen werden Takashi Okazakis Revenge Opera sicherlich ziemlich mögen. Mitlerweile wird auch noch ein Spiel für die Xbox 360 und die PS3 entwickelt.
Und Fans dürfen sich freuen, denn mit Afro Samurai: Resurrection wird die Serie fortgesetzt. Für die erste Staffel vergebe ich verdiente 10 von 10 Punkte.