„Steiner – Das Eiserne Kreuz“ ist ein gelungenes Kriegsdrama von Altmeister Sam Peckinpah.
Die deutsche Ostfront gegen Ende des zweiten Weltkriegs: Während im Hauptquartier noch an eine Chance auf den Sieg glaubt, wissen die Soldaten an der Front, dass sie auf verlorenem Posten stehen. Doch der neu hinzuversetzte Hauptmann Stransky (Maximilian Schell) ist eher der Meinung der Führungsriege und will zudem auch noch möglichst schnell das eiserne Kreuz erhalten. Peckinpahs düsteres Kriegsdrama beschreibt den menschlichen Dünkel und die Skrupellosigkeit erstklassig.
Aus ganz anderem Holz ist der zynische Unteroffizier Rolf Steiner (James Coburn), der versucht sich und seinen Leuten ein möglichst sorgenfreies Leben zu bereiten und sie alle gesund durchzubringen. Für seine Tapferkeit im Krieg wird er sogar zum Feldwebel befördert. Steiner ist eine sehr gelungene Figur und auch wenn Peckinpah ihn zur Ikone unter seinen Kameraden aufbaut, so besitzt dieser Charakter dennoch ein paar negative Eigenschaften, was ihn glaubwürdiger macht.
Steiner kann Stransky sofort wenig abgewinnen, den er für einen eitlen Fatzke hält. Dieser jedoch ist sehr skrupellos und erpresst schon bald den schwulen Leutnant Triebig (Roger Fritz) mit seiner sexuellen Orientierung, was ihm einen loyalen Gefolgsmann einbringt. Dennoch scheut Steiner die Konfrontation mit seinem skrupellosen Vorgesetzten nicht...
Peckinpah ist es mit „Steiner“ gelungen Dramatik und Tiefgang mit dennoch recht actionreichen Kriegsszenen zu verbinden, ohne die Dramatik zu zerstören, was nur wenigen Filmen gelingt z.B. „Black Hawk Down“. Die Actionszenen bieten dabei die Peckinpah-typische Ästhetik mit Zeitlupe und blutigen Einschüssen und wirken auch in diesem Kontext noch recht spektakulär.
Jedoch ist nur ein Teil der Kriegsszenen auch wirklich Action (z.B. die erste Konfrontation von Steiners Trupp mit den Russen), doch der Rest ist im Gegensatz dazu bewusst abschreckend angelegt, z.B. der Sturm der Russen auf die deutschen Linien, der sehr dramatisch und realitätsnah inszeniert ist: Konfusion überall, keiner blickt durch, wo jetzt gerade gekämpft wird, geordnetes Vorgehen ist unmöglich usw. Zusammen mit der Art der deutschen Truppen zeigt Peckinpah den Krieg als abschreckende Sache und zeigt zudem sehr differenziert, dass nicht alle Deutschen Nazis waren (selbst Stransky will als preußischer Aristokrat angesehen werden und nicht als Parteibonze).
Die Handlung ist recht gut erdacht und spitzt sich gegen Ende immer mehr zu, wobei Peckinpah immer wieder kleine Seitenhiebe auf die menschlichen Abgründe und Schwächen abgibt. Leider hat der Film auch ein paar Längen, die leider zu Lasten des Tempos und der Spannung gehen, z.B. die eher dröge Episode mit dem Hospital, die leider auch kaum an Bedeutung in der Handlung gewinnt. Dennoch ist „Steiner“ alles in allem recht spannend geraten.
James Coburn in der Titelrolle gibt eine wirklich erstklassige Leistung ab und spielt sehr überzeugend. Doch auch die restlichen Darsteller brauchen sich nicht zu verstecken, denn sie spielen allesamt auf hohem Niveau und erbringen sehr gute Performances.
„Steiner“ ist ein gelungenes Kriegsdrama, das sowohl spektakulär als auch anspruchsvoll ist, aber leider ein paar derbe Längen zwischendurch besitzt.