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Wie lange musste man als Actionfan auf einen Film wie diesen warten.Crank ging letztes Jahr in eine gute Richtung, bietete trotz all dem Tempo aber für meinen Geschmack zu wenig Action im "normalen" Sinne. Shoot em up ist mit dem neuen Stirb Langsam der Actionfilm des Jahres, vielleicht sogar noch vor ihm. Denn bei Willis viertem Einsatz als McClane war der Kompromiss, was das Rating betrifft deutlich zu erkennen, die Anbiederung an den Mainstream offentsichtlich.

Nicht so bei diesem Film der was den Härtegrad angeht deutlich zur Sache geht, wie eben in alten Zeiten. Der Film lässt dem Zuschauer wie Crank keine Verschnaufpausen, ist aber bei weitem nicht so unübersichtlich inszeniert worden. Der ( zumindest mir bisher gänzlich unbekannte) Regisseur Michael Davis brennt von Anfang an ein gigantisches Actionspektakel ab, bei dem der Actionfan die genialsten Shoot-outs der letzten Jahre bestaunen kann. Davis beweist dabei deutliches Geschick und ein Gespür für großartige Ideen. So abgedreht wie hier in einigen Szenen geballert wird, muss man gesehen haben.

Die Story ist dabei absolut nebensächlich und auch ziemlich weit hergeholt. Der Soundtrack verdient noch mal ein Sonderlob, denn Davis unterlegt seine großartig choreografierten Ballerorgien durchgehend mit Metal und Rock Musik, der meiner Meinung nach einzig wahren Musik für Actionszenen. Vor allem die Schießerei begleitet von Motörheads Ace of Spades trieb mir als längjähriger Fan der Band beinahe Freudentränen in die Augen.

Bei den Darstellern ist auch alles in bester Ordnung. Monica Bellucci ist trotz ihres mittlerweile fortgeschrittenen Alters immer noch verdammt hübsch anzusehen und auch schauspielerisch macht sie eine gute Figur. Paul Giamatti legt seinen Charakter irgendwo zwischen Witzfigur, Riesenarschloch und sympathischen Familienvater an. Klasse Leistung, auch wenn es schon deutlich bessere Bad Guys in Actionfilmen gegeben hat.
Doch das Highlight des Filmes ist ganz klar Clive Owen. Der Brite ist hier einfach eine unglaublich coole Sau. Schon in Sin City und Inside Man strotzte er vor Charisma aber so cool wie hier war er noch nie. Der Film ist auch absolut auf ihn zugeschnitten und das Drehbuch legt ihm ein paar großartige One Liner in den Mund, so mancher davon könnte Kultstatus erlangen.

Fazit: Endlich mal wieder ein Actionfilm bei dem ich kaum was auszusetzen hab. Klar ein paar Szenen waren für mich dann doch ein wenig zu Over the top und über die Story legen wir mal dezent den Mantel des Schweigens. Aber wenn interessiert das schon. Beginnend mit einem großartigen Intro hagelt es eine großartige Actionsequenz nach der anderen, bei denen Clive Owen als neue Actionhoffnung cool am Boden gleitet oder durch die Luft springt, immer von einem Baby ( das coolste der bisherigen Filmgschichte) und einer Karotte begleitet. Kurz um: Ich bin begeistert. Und ach ja: " Esst mehr Gemüse" 9/10

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