Review

Shoot 'em up 2006

Was passiert wenn ein Regieseur folgende Mixtur in einen Mörser wirft: John Woo, Stephen Chow, die Loony Tunes und eine größere Prise Mel Brooks?

Genau

Shoot'em up (Kurz SEU) ist dass Ergebniss.

Wenn man in die Wikipedia hereinschaut findet man unter SEU folgendes:

Shoot ’em up (englisch, wörtlich „Zerschieß sie“), kurz Shmup, bezeichnet ein Computerspiel-Genre. Im weiteren Sinne bezeichnet Shoot ’em up jedes Spiel, in dem die vom Spieler gesteuerte Figur eine große Zahl gegnerischer Einheiten mit einer virtuellen Schusswaffe zerstören soll (umgangssprachlich auch Ballerspiel genannt).

und als typisches Merkmal:

Bei einem typischen Shoot ’em up steuert der Spieler ein bewaffnetes Raumschiff oder Flugzeug und muss sich durch verschiedene Levels kämpfen, indem er in deutlicher Überzahl angreifende Raumschiffe und ähnliche Gegner zerstört. Dazu steht in nahezu allen Genrevertretern eine Bordkanone mit unbegrenzter Munition zur Verfügung. Darüber hinaus lassen sich häufig zusätzliche Waffen einsammeln, manchmal auch Bomben, die mit einem Schlag alle Gegner auf dem Bildschirm vernichten.

SEU heißt der Film und SEU ist Programm. Im Normalfall ist ein Film aufgeteilt in drei Segmente: Eröffnung, Mitte und Schluss. In der Eröffnung werden die Charaktere vorgestellt, die Welt in der Sie leben, was Sie antreibt und dann passiert der Plotpoint, wo die eröffnende Handlung eine neue Richtung erhält.

Micheal Davis der in der Vergangenheit mit 100 Girls und Monster Man auf sich aufmerksam gemacht hat, braucht keine 2 Minuten um die Handlung zu eröffnen und den Plotpoint (tote Kindsmutter) zu erreichen:

Mr. Smith sitzt mitten in der Nacht an einer Bushaltestelle, mümmelt eine Möhre (Leone lässt grüßen) als von links nach recht eine hochschwangere Frau durch das Bild taumelt. 3 Sekunden später taucht auch schon der erste Bösewicht auf, um 40 Sekunden später durch eine Mohrrübe das Zeitliche zu segnen. In den nächsten Minuten (während der Vorspann läuft) werden an die 20 Killer von Smith weggenietet, dass Baby geboren und der Chef der Killer Hertz (Paul Giamatti) vorgestellt. Danach ist Smith unfreiwilliger Hüter eines Babys, dass eben besagte Killerelite umbringen will.

Soviel zur Handlung.

Clive Owen und Paul Giamatti beherrschen die Leinwand. Owen ist so cool in seiner Rolle wie seit Clint Eastwood & Bruce Willis keiner mehr. (Belluci: Who are you? Smith: I`m a british Nanny and i`m dangerous, reichen aus um den Charakter Smith zu charakterisieren).

Giamatti spielt gleichberechtigt neben Owen und versucht während des ganzen Films Familie & Beruf in Einklang zu bringen. (Buddy Movie mal anders) Monica Bellucci hat leider gegen die beiden Männer keine Chance ihre schauspielerischen Qualitäten zu entwickeln. Sie spielt die Hure mit dem goldenen Herzen und basta.

Hat schon 100 Girls mit brüllend komischen one-liner brilliert, nutzt Davies seine Erfahrung in SEU um dass Kalauernde Action Kino von heute heftig zu veräppeln. In den Szenen wo keine Action herrscht wird mit one-liner um sich geworfen dass kein Auge trocken bleibt. (Gilt für die US Version, ich hab keine Ahnung wie die deutsche Synchronisation geraten ist und ehrlich gesagt will ich es auch nicht Wissen).

Die Action ist vollkommen GAGA und als Hommage an eine Vielzahl von Film & Spiel Werken gedacht. Wir erkennen Lethal Weapon, Django, No One lives forever (PC Spiel), Hardboiled, The Matrix, Arizona Rising um nur einige zu nennen.

Im Gegensatz zu Hitman werden die Szenen nicht einfach Einstellung für Einstellung kopiert und abgekupfert, sondern liebevoll persifliert.

Höhepunkt die Aces of Spades Szene. Als diese Szene vorbei stand dass Kinopublikum auf den Sitzen und schrie wie am Spiess.
Oder als Smith einen Unfall mit dem Auto provoziert, um sich in das Gangster Fahrzeug katapultiere zu lassen. KRASS.
Oder die Sex Szene mit Frau Bellucci anstatt ein Baby auf dem Arm, hat Chow - Ähh Clive die Bellucci um die Hüfte geschnallt.

So macht Kino wirklich Spass.

Der Blutgehalt ist sehr hoch und einige Szenen könnten die Frau / Freundin neben sich arg erschrecken. Blutige Einschusslöcher, Folter mit Fingerbrechen, ein Skalpell zeigt wie scharf es ist. Definitiv nicht für Kinder geeignet. Und Danke an dieser Stelle an die Entscheider bei NEW LINE, dass der Film in dieser Form gedreht und veröffentlich worden ist.

Fazit:
SEU ist ein wilder Ritt im Comic GAGA Land, besticht durch zwei klasse Hauptdarsteller, krasse Action und die beste Sammlung an one-liner seit langem. Sehr zu empfehlen.

Nachwort: Vorsicht! SEU ist ein Comic eine Satire / Persiflage und will auch als diese verstanden werden. Wer ernst gemeintes Action Kino bevorzugt, sollte sich besser The Kingdom ansehen.

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