Review

Ich hätte als Rezensent auch gehörige
Probleme, diesen Film zu bewerten. Ein differenzierter Blick scheint
das einzige zu sein, was diesem Film gerecht werden könnte: Einerseits
der Film als Film (also als kinematographisches Kunstwerk) und
andererseits der Film als Genrefilm (also als Vertreter eines
Filmgenres; in diesem Fall wohl "Heroic Bloodshed" oder einfach
"Shooter").

Der Film an sich ist, eben durch sein Genre, sehr
zielgruppenspezifisch. Zudem sind die Schießereien das einzige
gewichtige Element dieses Film, will heißen, Abwechslung bietet er nur
innerhalb dieses Elements. Die Handlung sowie ihre Charaktere sind
genretypisch und fast schon archaisch. Ich behaupte wohlwollend, dass
man nichts verpasst hat, wenn man diesen Film nicht gesehen hat und
gleichzeitig kein Shooter-Fan ist (c'est moi).

Allerdings, und nun zur Bewertung des Films als Genrefilm, muss man
zugeben, dass das Element des Gunplays fast schon virtuos
ausgeschlachtet wurde. Da ich kein Insider bin, weiß ich zwar nicht,
inwiefern die mir innovativ scheinenden Ideen wie die "self-made
Selbstschussanlagen", die Schießerei mit gleichzeitigem Orgasmus oder
die ohne Waffe abge"feuer"ten Kugeln wirklich neu sind. Aber Eindruck
schinden können sie, wenn man sich darauf einlässt. Und in der Tat
dürfen ebenso die selbstironischen Züge nicht unerwähnt bleiben, auch
wenn ich den Film niemals als Persiflage deuten würde, und auch wenn man
ebenso die Kehrseite der Medaille betrachten und von den massigen
Klischees abgeneigt sein kann.

Der Running Gag mit der Karotte ist auch meiner Meinung nach gut, und
das führt auch zu einem Punkt, der mich doch positiv überrascht hat:
diese Art von misanthropischer Moral, die der Regiesseur in das
Gemetzel gepackt hat. Der Protagonist ernährt sich anscheinend gesund,
möchte Hunde nicht töten (Hund ist "wertvolleres" Wesen als sündiger
Mensch), rettet das Baby und bestraft amoralisches Verhalten von
anderen Menschen. Man muss es eigentlich fairer Weise zynisch nennen,
was der Held dort tut. Ob es einem zusagt oder nicht, hängt vom
Geschmack ab, und Geschmack ist nunmal Geschmackssache.

Meine beiden Einzelbewertungen wären intuitiv 5 und 8 aus 10 Punkten;
das arithmetische Mittel wäre also 6.5 (gerundet 7), und genau soviel
gebe ich dem Film auch. Doch wie immer gilt: So eine Bewertung sagt
rein gar nichts aus.

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