Review

Die Story ist absolute Nebensache, es wird geschossen was das Zeug hergibt, wohl umgerechnet auf den ganzen Film sterben pro Minute mindestens zwei wenn nicht mehr Menschen. Wäre eigentlich interessant das mal auszurechnen des Spaßes wegen.

Und ja, der Film ist spaßige Unterhaltung! Diskussionen um den Ernst der Sache, wie z.B., was hat ein Baby in so einem Gewaltfilm verloren und ist das moralisch so viele Menschen umzubringen, sind gestattet aber wenig sinnvoll, denn sie verkennen den Zweck dieses Films. Es werden ganz einfach die animalischen Instinkte aber auch das urmenschliche Auge um Auge, Zahn um Zahn Gefühl und natürlich der Gerechtigkeitssinn und Beschützerinstinkt genährt. Die Bösewichter sind so böse, niederträchtig und gemein, dass sie es nicht anders verdienen als bestraft zu werden. Die Guten hingegen kämpfen für eine ehrenhafte und beschützenswerte Sache, nämlich das Leben der eigenen Familie zu schützen, sie vertreten diese Sachen zwar mit Gewalt, doch würden sie es nicht tun, würden sie jämmerlich und feige untergehen. Es ist Mut alles für sein Kind und seine Frau zu riskieren, Qualen zu erleiden und sein Leben aufs Spiel zu setzen.

Clive Owen spielt den Mr. Smith superb und erhielt für seine Rolle auch eine Nominierung als bester Hauptdarsteller bei den Satellite Awards 2007.

Auch Monica Bellucci, als einzige wirklich agierende Frau im Film ist, als Schöne Hure die sich zur liebevollen Mutter und geliebten Frau wandelt, Top besetzt.

Regie führte Michael Davis, der bisher lediglich bei diversen Filmen als Kameramann agierte und zum mäßig erfolgreichen Film „9 1/2 Wochen in Paris“ das Buch schrieb. Das Drehbuch zu seinem Regiedebüt stammt übrigens auch aus seiner Feder.

Und ich muss sagen, ein wahrer Volltreffer für Actionfans!

Gegen diesen Film ist jedes Tarantino-Movie wie ein braves Schulmädchen.

Ich habe noch nie zuvor in einem Film so viele verschiedene Arten und Positionen einen Menschen zu erschießen gesehen. Sei es nun im Sprung aus einem Flugzeug, während einer Entbindung, inmitten des Geschlechtsaktes, Patronen zwischen die Finger geklemmt und dann die Hand ins Feuer, knallt auch und das gleich drei Schüsse auf einmal und und und.

Sarkasmus pur, wenn man sich alle angebotenen Tötungsarten, wie zum Beispiel das mit einer Möhre ansieht, so überdreht und schnell wie ein Speedmetal-Solo, wie ein Filmgewordener Comicstrip, einfach ein Kind unserer durchgeknallt schnellen Zeit im Werbeclipformat und so rasant, dass der Film nicht eine Sekunde langweilig wird.

Es ist die uralte Geschichte vom Guten gegen das Böse, gespickt mit einer kleinen Lovestory, einfach gestrickt aber konsequent bis zur letzten Sekunde durchgezogen.

Geniale Kameraarbeit untermalt mit schneller Heavymetalmusik.

Wer gerne tiefgründigen Charakteren bei der Entwicklung zusieht, eine komplexe Story mit einfallsreichem Plot sucht und vielleicht noch ein antigewalttätiger Pazifist ist, der sollte einen Riesen Bogen um diesen Film machen.

All diejenigen, die aber auch mal nur relaxt das Gute gewinnen und das Böse verlieren sehen möchten, die sich ab und an mal durch eine völlig sinnfreie Achterbahnfahrt berieseln lassen und das total eindimensionale Gut-gegen-böse Spiel, bei dem der Held den Naturgesetzen trotzt, lieben werden mehr als ihre Freude bei diesem abgedrehten und super genialen Actionfilm haben.

Für mich ein Favorit auf dem Weg zum Kultstatus. Perfekte Actionfilmunterhaltung und ohne wenn und aber von meiner Seite zu empfehlen!

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