Da sitzt man einfach nachts an einer Bushaltestelle und ein paar Minuten später findet man sich in einer Schießerei nach der anderen wieder, nur weil man eine schwangere Frau vor einer Horde Killer beschützen wollte und kurz darauf ein Baby an der Backe hat, welches man mithilfe einer Prostituierten von noch mehr Killern und deren Anführer fernhalten möchte.
So ungefähr ergeht es Mr. Smith, der sich so durch den von Michael Davis geschriebenen und inszenierten Actionkrawall ballern darf Schrägstrich muss. Schnell wird klar, dass das hier comichaft überzogen ist und doch ist das Ganze selbst mit diesem Anstrich mal drüber (Attrappe). Die Gegnermassen sind dabei stumpfes Kanonenfutter und treffen mal so ziemlich gar nichts.
In der ersten Hälfte funktioniert das Ganze dabei noch recht gut, hat Rasanz und streut immer wieder dem Titel entsprechende Sequenzen ein. Garniert wird das mit schwarzem Humor und einem spielfreudigen Cast, insbesondere Paul Giamatti hatte hier wohl echt Bock drauf. Clive Owen als grummeliger quasi-Namenloser bleibt stoisch, zieht sein Programm durch und regt sich berechtigterweise über das Verhalten seiner Mitmenschen auf. Monica Bellucci wird etwas verschenkt, aber schlecht ist sie deswegen nicht. Und das Baby hat immerhin einen guten Musikgeschmack und auch der Film selbst fährt immer wieder mal was Gutes auf, hat schließlich u. a. Nirvana, Strapping Young Lad und Motörhead im Programm.
Leider bricht das Ganze in der zweiten Hälfte etwas ein, wenn Davis sich an mehr Geschichte versucht und den Figuren unnötigerweise noch eine Vergangenheit oder etwas Drama an die Seele tackert. Hier beginnt es zu zerfasern und das Tempo verliert sich. Wie eigentlich immer, wenn sich das Skript um seine Charaktere statt um die Jagd kümmert. Da schlingert der Film dann etwas, zum Ende hin eben mehr.
Auch sind die Effekte ein zweischneidiges Schwert. Praktisches überzeugt, das aus dem Rechner weniger, was in einer alles andere als schön anzusehenden Flugsequenz kulminiert. Andererseits kamen hier einige Liter Kunstblut zum Einsatz und er teilt sich somit nicht diesen klinischen Look anderer Genrevertreter. Auch kommt auch nicht wirklich humorlos daher. Die Spanne reicht dabei von zotig bis hin zu Anspielungen auf der Meta-Ebene, wenn Owen nach den geplatzten Bondgerüchten eine Walther PKK fluchend in die Ecke pfeffert.
Über weite Strecken kurzweiliger, in der zweiten Hälfte aber im Hinblick auf die Geschichte zu bemüht agierendes Geballer. Immerhin mit Humor und einem schmierig-eigenwilligen Paul Giamatti ausgestattet, leider ebenso mit manch wenig gelungenen FX. Unterm Strich aber ein okayer Krawall, der durchaus unterhält, sein kreatives Potential aber nie richtig ausschöpft.